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den hohen Bäumen flechten ſich wilde Rankenpflanzen zu hohen, undurchſichtigen Mauern. Man hört in der Entfernung das Getöſe der wimmelnden Volksſchaaren, gleich dem Gedröhne eines fernen Seewindes, der über rollende Wogen hinbraust. Von all' den Annehmlich⸗ keiten, welche das Leben bietet, findet man hier nur eine einzige, die Einſamkeit. Aber wie manche lockende und wollüſtige Vergnügungen, wie manche lieblich win⸗ kende Freuden werden nicht für das wunde Herz von dem Glück aufgewogen, abgeſchieden von dem Getöſe und dem Getuͤmmel der Welt, in unbewachter Ruhe ſeinen Schmerz in ſtiller Einſamkeit aushauchen zu dürfen!
Wir finden hier auch die unbekannte, maskirte Dame wieder. Sie hat ſich ihren Gedanken überlaſſen und iſt in ihren Kummer verfunken.
Wenn ſie auch kaum erſt im Gefühl ihrer Un⸗ ſchuld und Würde mit ſtolzer Verachtung die herben Drohungen Orlow's zurückzuweiſen vermocht hatte, ſo war ſie dennoch, als ſie dieſen kaum verlaſſen, in die unbeſuchteſten Gänge des Parkes geeilt und in den fin⸗ ſterſten und entlegenſten Theilen deſſelben verſchwunden.
Die Maske bedeckte noch immer ihr Geſicht; man hätte beinahe glauben können, ſie wolle ſich vor der ganzen Welt verbergen.
Und mit dem Ausdruck des größten Leidens rang ſie ihre Hände, während ihre Bruſt von tiefen Seuf⸗ zern gehoben wurde.
War es das ungerecht beleidigte, das unſchuldig verunglimpfte Weib, das hier die Einſamkeit ſuchte, um ungeſehen ſeine Verzweiflung ergießen und dadurch wieder Ruhe und Frieden mit ſich ſelbſt gewinnen zu können, oder war es vielleicht die Kokette oder Intri⸗ gantin, die ſich von gerechten Vorwürfen in ihrem Her⸗ zen getroffen fühlte und von ſchmerzlichen Empfindun⸗ gen gequält wurde, während fie ſich ſelbſt nicht einmal ihre Verzweiflung darüber zu verbergen vermochte, daß
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