Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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an dieſem unüberſchaubaren Zug, der einen ganzen Tag dauerte, Theil zu nehmen. Die Equipagen mit ihren prächtigen Geſpannen konnten nur langſam voran⸗ ſchreiten und bildeten, je näher ſie dem Schloſſe kamen, eine weitſchichtige, bewegliche Wagenburg. Die Reiter waren gezwungen, ihre ſchäumenden Pferde anzuhalten, weil ſie auf allen Seiten von Fußgängern, einer zahl⸗ loſen und bunten Schaar in den verſchiedenſten Natio⸗ naltrachten, gedrängt wurden.

Petershof, das fünfundzwanzig Werſte von Peters⸗ burg am finniſchen Meerbuſen liegt, iſt vermöge ſeiner Natur das erſte und ſchönſte aller Luſtſchloͤſſer des Kaiſerreichs, vermöge ſeiner Anlage jedoch das zweite in der Reihenfolge. Es beherrſcht unuͤberſehliche prachtvolle Parke und Gärten, und von hier aus präſentirte ſich die careliſche Küſte, Petersburg und Kronſtadt jenſeits der Meeresbucht, die von Segeln und Flaggen aus allen Häfen der Welt angefüllt iſt. Als Peter I. dieſes Luſtſchloß anlegte, wählte er unläugbar gut, denn ſein Auge konnte ſich hier an all den reichen Ausſichten für die Zukunft weiden, von denen ſeine Seele wie von ſchönen, kühnen Träumen erfüllt war.

Später erlitt die erſte Anlage des Schloſſes viel⸗ fache Veränderungen, und gegenwärtig bildet daſſelbe eine bunte Muſterkarte der architektoniſchen Geſchmacks⸗ richtungen verſchiedener Zeiten. Antike und moderne Pracht wechſeln anf eine für das Auge entzuͤckende und pifante, wenn auch nicht immer den Regeln der Kunſt entſprechende Art.

Auf der Landſeite iſt das Schloß von Waldpär⸗ ken und Blumengärten umgeben, denen ein großes Baſſtn mit Waſſerkünſten Leben verleiht. Das ganze Feld nach der Seeſeite bildet ein gewaltiger Park, be⸗ rühmt durch ſeine Denkmäler und Waſſerkuͤnſte, worun⸗ ter ſich mehrere beſinden, welche Waſſerſäulen im Durch⸗ meſſer von anderthalb Fuß bis zu einer Höhe von drei

Klaftern emporwerfen. Ein Kanal theilt den Park i