Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Als ich Sie in Riga ohne Paß, verlaſſen und verzweifelt fand, mißtraute ich Ihnen nicht.

Döring äußerte ſich ohne alle Heftigkeit, aber den⸗ noch mit ſoviel Ausdruck, daß Worowitſch ſeine Abſicht verſtand.

Und ich mißtraue Ihnen gleichwohl, wollen Sie ſagen; weit entfernt, ich habe nie auch nur einen Augen⸗ blick an Ihrer Ehrenhaftigkeit und Ihrem Herzen ge⸗ zweifelt. So lange ich Sie für einen Ruſſen anſah, geſchah es nur aus Achtung vor Ihrem Patriotismus, wenn ich mich bedachte, wie ich mich vor Ihnen zeigen ſollte; und jetzt, da ich weiß, daß Sie kein Ruſſe ſind, habe ich auf die einzige mir mögliche Art Sie zu über⸗ zeugen geſucht, daß ich Ihrer Freundſchaft nicht un⸗ würdig bin. Mehr von mir zu ſagen beſitze ich kein Recht, weil ich mir ſelbſt nicht angehöre. Hätte ich kein Vertrauen zu Ihnen gehabt, ſo würde ich Ihnen nicht einmal ſoviel entdeckt haben, wie ich that. Glau⸗ ben Sie nur zuverſichtlich an meine Ehre, das iſt Alles, um was ich Sie bitte. Sie haben mich als ein Mann von Ehre behandelt, und es würde mich ſchmerzen, von Ihnen mißkannt zu werden.

Döring konnte ſeinen jungen Reiſegefährten nicht länger beargwöhnen. Er begann vielmehr zu vermu⸗ then, daß er einer von den vielen unglücklichen politi⸗ ſchen Flüchtlingen ſei, welche damals Europa über⸗ lhnemanten. Inzwiſchen behielt er ſeine Vermuthungen bei ſich.

Hier iſt meine Hand, ſagte Döoring, und jetzt kein einziges Wort mehr in dieſer Sache. Ich habe Achtung vor dem Unglück, und kann ich Ihnen jemals zu Dienſten ſein, ſo wenden Sie ſich mit vollem Ver⸗

trauen an mich.

Während des Geſprächs hatte man einige Werſte

zurückgelegt und man näherte ſich Petershof.

Auf einmal hörte man eine Kanonade aus grobem Geſchütz.