Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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ten, Aprikoſen und andere Früchte. Auch gibt es ſchöne Blumen von überaus aromatiſchem Geruch; Malta's Roſen waren bekanntlich ſchon im Alterthum berühmt.

Wegen des Mangels an Weideplätzen wird kein Rindvieh gezogen. Doch hat man viel Ziegen und Schafe, die außerordentlich gedeihen und ſehr wohl⸗ ſchmeckendes Fleiſch geben. Außerdem hält man Hühner, und zum Laſttragen Eſel. Die ſtark betriebene Bienenzucht gewährt einen trefflichen Honig, der dem von Hybla gleich geſchätzt wird..

Das Mineralreich liefert Alabaſter und Bauſteine, ſo wie auch Por⸗ zellanerde, die jedoch niemand benutzt; bei der Stadt Vittorioſa iſt Queckſilber entdeckt worden. In einigen Küſtengegenden wird Seeſalz gewonnen. Das Meer um die Inſel gibt gute Ausbeute an Fiſchen und Korallen.

Die Ausfuhr beſteht hauptſächlich in roher Baumwolle, baumwollenem Garn und dergleichen Zeugen, wovon das Meiſte nach England geht. Außer⸗ dem verſendet man Soda, Färbekräuter, Pomeranzen, ſogar nach Italien, fer⸗ ner Limonien, eingemachte Aprikoſen, bekannt unter dem Namen Alexandriner, ſchöne Granatäpfel, Honig, verſchiedene Sämereien, Melonen, Kümmel, Anis, Bauſteine, und feine Gold⸗ und Silberarbeiten. Weit beträchtlicher iſt aber die Einfuhr, beſonders an Getreide, Schlachtvieh, Holz, Oel, Wein, Brannt⸗ wein, Tuch und mancherlei Fabrik⸗ und Gewürzwaaren. Doch erhält der Ge⸗ winn, den die anlegenden fremden Schiffe, der Zwiſchenhandel und die eng⸗ liſchen Truppen verſchaffen, das Gleichgewicht.

Außer der Hauptſtadt und den dazu gehörigen Orten gibt es auf Malta noch drei Städte, ſechs Flecken, drei und dreißig Dörfer und mehre kleine Fe⸗ ſtungen. Im Mittelpunkte der Inſel liegt auf einem Hügel die alte Haupt⸗ ſtadt, ſonſt Malta, jetzt Citta Vecchta genannt, daher man Valetta häufig mit dem Namen Citta Nuova bezeichnet. Die Bevölkerung der Inſel wird auf 90,000 Seelen geſchätzt, und iſt mithin, nach Verhältniß des Flächenraums, ſtärker als in irgend einem europäiſchen Lande.

13.

Der Verf. wird von einer Unpäßlichkeit befallen, die mit einem ſonderbaren Ereigniſſe verbunden iſt. Er ſchifft ſich nach Trieſt ein. Beſchreibung des Schiffes und der Widerwärtigkeiten, womit er während der Fahrt zu kämpfen hat. Erreichung des Hafens von Trieſt. Der Verf. hält ſich einige Zeit in dieſer Stadt auf, und ſetzt ſodann die Reiſe nach ſeinem Vaterlande Sachſen fort, wo er glücklich ankommt.

Im Monat Februar(1816) begegnete mir etwas Sonderbares. Ich hatte mich, in meiner Wohnung, des Abends niedergelegt, konnte jedoch wider