plumpe Kaſten auf zwei Rädern, die von einem ſeltſam geputzten und mit Schellen behangenen Maulthiere gezogen werden, und die, obgleich die Kutſcher nebenher laufen, dennoch ſo ſchnell fahren, daß man in der Stunde mehr als drei italieniſche Meilen damit zurücklegt. 3
Die Inſel Malta, etwas über ſechs Quadratmeilen groß, iſt ein bloßer Fels. An der Südſeite ſind die Küſten unerſteiglich ſchroff, im Norden aber zugänglicher, daher man hier eine Menge Thürme und Schanzen gebaut hat, um feindliche Landungen abzuhalten, und Alles, was in der Gegend vorfällt, durch Signale ſchnell der Hauptſtadt kund zu machen. An dieſer Seite befinden ſich viel tiefe Einſchnitte und Buchten, und zehn befeſtigte Häfen. Die Oberfläche der Inſel beſteht meiſtens aus verwitterten Kalkſteinfelſen, die viel merkwür⸗ dige Höhlen, z. B. die Höhle Begemna und die Grotte Gharbukir, enthalten. Die Felſen ſind theils völlig nackt, theils mit Erde, jedoch ſelten mehr als einen Fuß hoch bedeckt. Berge gibt es nicht, aber viel kleine Hügel und ſeltſam geſtaltete Klippen. Malta iſt arm an Waldung, und nur der ſüdweſtliche Theil hat einige kleine Gehölze. Auch an Waſſer leidet es Mangel; denn obſchon mehre Quellen vorhanden ſind, iſt doch nur die nach der Hauptſtadt geleitete trinkbar, indem die übrigen zu viel Unreinigkeiten enthalten und blos zur Be⸗ wäſſerung des Erdreichs dienen. Man bewahrt daher das Regenwaſſer in aus⸗ gemauerten Gruben oder Ciſternen. Deſto mehr Vorzüge hat das Klima. Die milde Luft behält gewöhnlich den ganzen Winter hindurch eine Wärme von 8— 10 oder mehr Grad Réaumur, die im Sommer, wegen der anhaltenden friſchen Winde, nicht über 28. Grad ſteigt, außer beim Sciroeco, der jedoch in dieſer Jahreszeit ſelten weht.
Malta iſt trefflich angebaut; man hat jeden Zoll dazu tauglichen Landes benutzt, und ſogar kahle Felſen mit Erde aus Sicilien bedeckt. Die Felder ſind, um die Früchte vor den Winden zu ſchützen, und den Erdboden, der mei⸗ ſtens ſtaubig iſt, nicht wegwehen zu laſſen, mit Mauern umzogen. Sie liegen niemals brach, ſondern werden durch einen zweckmäßigen Saatenwechſel beſtän⸗ dig in Ergiebigkeit erhalten. Die Aernten fallen gewöhnlich reich aus, denn die Aecker tragen meiſtens ſechszehn⸗ bis zwanzig⸗, auf manchen Stellen vier⸗ zig⸗ und ſogar ſechzigfältige Früchte. Deſſen ungeachtet kann man ſo viel Ge⸗ treide, als die ſtarke Bevölkerung bedarf, nicht erbauen. Das Haupterzeugniß iſt Baumwolle, wovon es drei Arten gibt, die einheimiſche, die aus Siam und die aus den Antillen. Die übrigen Erzeugniſſe ſind Wurzelgewächſe und Ge⸗ müſe, beſonders herrlicher Blumenkohl, Kümmel, Fenchel, Anis, Zuckerrohr, Aloë, Soda und einige Farbekräuter, ferner Wein, Waſſer⸗ und füße Melonen, vortreffliche Pomeranzen, ſo wie Zitronen, Limonien, Datteln, Feigen, Grana⸗
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