Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Aufenthaltes nur zwei Polaker und eine Felucke, aber gegen achtzig Barken und andere Küſtenfahrer. Der Handel mit entlegenen Gegenden wird durch fremde Schiffe betrieben.

Die in Corfu befindlichen Engländer leben nach ihrer Landesſitte, und von den Eingebornen ziemlich abgeſondert. Die Jagd iſt ihre liebſte Be⸗ luſtigung. Wiewohl ihnen die Stadt manches Gute verdankt, werden ſie doch, wegen ihres Stolzes und ihrer Sonderbarkeiten, von den Einwohnern im Stillen gehaßt, die dagegen theils den Franzoſen, theils den Ruſſen ſehr ge⸗ wogen ſind.

Die Umgegend der Stadt enthält einige romantiſche, gut angebaute und mit vielen Landhäuſern beſetzte Thäler. Ein kleines, etwa drei Viertelſtunden entferntes Dorf iſt der vorzüglichſte Luſtort der Einwohner, wohin ſie ſich an Feſttagen, zu Fuße, zu Pferd' oder zu Wagen, in großer Menge begeben.

Die Inſel Corfu trennt von Albanien ein Kanal, deſſen Breite nirgends

mehr als eine geographiſche Meile, und Butrinto gegenüber nur den vierten

Theil einer ſolchen beträgt, obgleich er allenthalben genug Tiefe hat, um die größten Schiffe zu tragen. Die Ausdehnung der Inſel geht von Südweſten nach Nordoſten, und ihr Flächenraum beträgt ungefähr elf geographiſche Quadratmeilen. Die Oberfläche iſt gebirgig. Die Küſten beſtehen meiſtens aus Felſen und bilden viele Buchten, worunter der Buſen von Corfu die an⸗ ſehnlichſte iſt. Die Berge haben keine große Höhe, indem der bedeutendſte, der San Salvatore, ſich kaum 1500 Fuß über den Meeresſpiegel erhebt; ſie ſind aber größtentheils ſteinig und kahl, und ſo dicht zuſammen gedrängt, daß nur ſchmale Thäler dazwiſchen liegen. Der Boden in den Thälern beſteht aus Thon, Kalk, oder Lehm, den eine fruchtbare Pflanzenerde bedeckt. Die Bewäſſerung iſt reichlicher als auf den übrigen ioniſchen Inſeln. Es finden ſich viele Quellen und mehre große Bäche, die im Frühjahr und Herbſte Flüſſen gleichen, und, wie der Meſſongi und Potamo, welcher letztere nicht weit von der Stadt vorbei fließt, im Sommer nicht austrocknen. Auch gibt es mine⸗ raliſche Quellen und einen See, Coriſſia genannt. Das Klima iſt mild, aber veränderlich und, wegen der hohen Gebirge des nahen Feſtlandes, ſchnellen Wechſeln von Hitze und Kälte unterworfen, daher es auch den Anbau der Korinthentraube, die doch ungefähr acht geographiſche Meilen ſüdlicher ſo herrlich gedeiht, nicht begünſtigt. Von Erdbeben iſt Corfu nicht frei; doch ſind ſie weder ſo häufig noch ſo ſtark, als auf Zante oder Cefalonia.

Das Haupterzeugniß beſteht in Olivenbäumen. Sie wachſen außer⸗ ordentlich hoch und buſchig, und man ſchätzt ihre Anzahl auf drei Millionen. Da jedoch die Früchte derſelben herbe, und die Einwohner in der Kunſt, ſie

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