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keit als geſchmackvollen Bauart, für das ſchönſte, von den Baumeiſtern des Grafen Roger hervorgebrachte Werk gehalten werden.
In einem andern Theile von Palermo's Umgegend iſt ein großer Begräb⸗ nißplatz, campo santo genannt, der vom Marquis Caracciolo, zur Abſchaffung der ſchädlichen Gewohnheit, die Todten unter den Kirchen zu begraben, ange⸗ legt wurde. Er iſt mit Mauern umgeben und reihenweiſe mit Cypreſſenbäumen beſetzt, zwiſchen welchen die Grüfte ſich befinden. Jeden Morgen wird eine derſelben geöffnet, und die ganze Menge der Todten, die den Tag über an⸗ kommen, ohne Sarg und ohne Rückſicht auf Stand, Alter und Geſchlecht, hinab gelaſſen. Am Abende ſchüttet man, um die Verweſung zu beſchleunigen, unge⸗ löſchten Kalk darauf, und verſchließt die Gruft mit Steinplatten, die nicht eher wieder geöffnet wird, als bis ungefähr nach Verlauf eines Jahres die Reihe ſie trifft, von neuem Leichen aufzunehmen. Zu dieſem Begräbnißplatze gehört eine Kirche, die man ehedem Santo Spirito nannte. Von hier wurde im Jahr 1282 M. Angelo's Tochter von einem franzöſiſchen Soldaten entführt, was die Verſchwörung der Sicilier, welche ohnehin durch die tyranniſche Herrſchaft Karls von⸗Anjou erbittert waren, zum Ausbruch brachte und das Blutbad, gewöhnlich die ſiciliſche Vesper genannt, veranlaßte, das mit der gänzlichen Ver⸗ tilgung der im Lande befindlichen Franzoſen endigte.
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Der Verf. ſchifft ſich nach der Inſel Corfu ein.— Erzählung einer traurigen Geſchichte.— Ankunft in Corfu.— Beſchreibung des Hafens und der Stadt.— Die Inſel Corfu.
Am 14. Auguſt begaben wir uns an Bord des nach Corfu beſtimmten Transportſchiffes Helena. Es fanden ſich bald noch mehr Paſſagiere darauf ein; unter andern ein junger Mann aus einer wohlhabenden Familie in Palermo, den ein beſonderes Schickſal betroffen hatte. Als er nämlich mit ſeiner Braut, um getraut zu werden, in der Kirche vor dem Altare ſteht, ſinkt ſie, vom Schlage gerührt, todt zu ſeinen Füßen nieder. Innigſt betrübt über ihren Verluſt, bringt er eine Woche lang einſam in ſeiner Wohnung zu, und macht unterdeſſen ein kleines, ſeinen Schmerz ausdrückendes Lied, wozu er auch eine paſſende Melodie erfindet. Nach einiger Zeit begibt er ſich um Mitternacht nach dem Campo Santo, und ſingt, auf der Guitarre dazu ſpielend, jenes Lied auf dem Grabe, worin der Gegenſtand ſeiner Liebe ruht— eine Handlung, die in Deutſchland gewiß Jedermann für unſchuldig halten würde. Allein, die ſici⸗ liſche Geiſtlichkeit erklärte ſie für Gottesläſterung, und ließ den Unglücklichen
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