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künſtlich zuſammengeſtellt und ſchattirt zeigt, daß der Beſchauer dieſelben nicht zählen kann, weil ihre Anzahl, ſo wie jener ſeinen Standpunkt um einen Zoll verändert, ab⸗ oder zunimmt. Ein ſehr merkwürdiges, von den Sarazenen herrührendes Schloß, das nicht weit vom vorigen liegt, iſt die Ziſa, ein aus gehauenen Steinen aufgeführtes Gebäude, mit Schwibbogen, ſpitzen Fenſtern und plattem Dache. Seine Zimmer zeichnen ſich durch ſchöne Muſivarbeit, künſtliches Bildwerk und ſinnreiche Inſchriften aus, und alle Theile desſelben haben ſich ſo gut erhalten, daß es noch jetzt vom Prinzen Sandoval bewohnt wird. Die Ausſicht auf dem Dache iſt ſo entzückend, daß man dem Schluſſe der dort angebrachten Inſchrift:„Europa iſt die Zierde der Welt, Italien die von Europa, Sieilien die von Italien, und die Umgebung dieſes Schloſſes der Stolz Siciliens“ faſt beiſtimmen möchte.
Nahe bei der Ziſa iſt ein Kapuzinerkloſter, welches, wie das in Meſſina und alle dergleichen Klöſter Siciliens, ein großes unterirdiſches Gewölbe be⸗ ſitzt, wo Leichen, gedörrt und in Mumien verwandelt, zu Jedermanns Anſicht in Niſchen aufgeſtellt ſind.
Zwiſchen der Ziſa und dem Monte⸗ Pellegrino liegt das, mit Gärten und Wäldchen umgebene, königliche Luſtſchloß la Favorita. Es iſt im chineſiſchen Geſchmack gebaut. Die Zimmer ſind verſchieden, theils auf franzöſiſche, theils auf engliſche, türkiſche oder andere Weiſe eingerichtet. Auch gibt es zwei von ganz beſonderer Einrichtung. In einem derſelben, dem Familien⸗Speiſeſaal, befindet ſich ein Tiſch mit runden Oeffnungen, durch welche, da ſie mit der darunter befindlichen Küche in Verbindung ſtehen, alle verlangte Speiſen, Ge⸗ tränke u. ſ. w. von ſelbſt herauf kommen, wodurch das Beiſein der Dienerſchaft vermieden wird. Das andere Zimmer hat die Eigenſchaft, in der größten Sommerhitze einen kühlen Aufenthalt zu gewähren, und ſtellt ein verfallenes Gewölbe mit naſſen und zerriſſenen Wänden dar, aus welchen Epheu und Im⸗ mergrün hervorwachſen.
Monreale liegt auf einem Berge, am ſüdlichen Ende des Thales von Pa⸗ lermo. Die Straße den Berg hinauf iſt mit vieler Kunſt gebaut, und obſchon die Gegend nach und nach ein rauhes Anſehen bekommt, ſo wird doch die Auf⸗ merkſamkeit des Reiſenden durch mancherlei an der Straße gepflanzte Bäume, Sträucher und Blumen, durch künſtliche Grotten und hervorſprudelnde Quellen, die hier und da kleine Waſſerfälle bilden, bis zu den Thoren jener Stadt auf das Angenehmſte beſchiſtat Monreale iſt nicht ſchön, enthält aber viele merk⸗ würdige Gebäude. Die Hauptkirche iſt, obſchon unregelmäßig gebaut, im In⸗ nern faſt über und über mit Mu ſivarbeit bedeckt. Das angrenzende reiche Benedietinerkloſter enthält Kreuzgänge, welche, ſowohl wegen ihrer Geräumig⸗


