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ſind zu glauben, daß dieſe Waffe, wenn ſie auch von Roger geführt wurde, doch aus einem weit entferntern Zeitalter herrührt. Auf der einen Seite des Schloßgebäudes befindet ſich, in beträchtlicher Höhe, eine Inſchrift in griechi⸗ ſcher, lateiniſcher und arabiſcher Sprache, welche beſagt, daß hier, im Jahre 1142, auf Befehl des Grafen Roger ein Zeitmeſſer— ohne Zweifel einer der erſten ſeit ihrer Erfindung— angebracht wurde. Ueber dieſer Stelle, auf der Kuppe des Gebäudes, erhebt ſich die Sternwarte. Sie wurde im Jahr 1748 errichtet, als das Zuſammentreffen von fünf Planeten in Einem Zeichen des Thierkreiſes, eine Erſcheinung, die noch niemals beobachtet worden war, die Aufmerkſamkeit der Sternkundigen auf ſich zog. Seit der Zeit hat ſie viele Verbeſſerungen erhalten, und würde, wenn nicht die benachbarten Berge den Geſichtskreis etwas beſchränkten, eine der vorzüglichſten Anſtalten dieſer Art ſein. Hier war es, wo der berühmte Aſtronom Piazzi die Ceres ent⸗ deckte, und dadurch, ſo wie durch ſeine genaue Eintheilung der Sterne, An⸗ dern den Weg zur Entdeckung der Pallas, Juno und Veſta bahnte.
Den beſuchteſten Spaziergang bei der Stadt bildet die Straße, welche ſich, vor dem Thore porta felice, längs dem Meere hinzieht; ſie führt den Namen la marina. Sie iſt mit einer Reihe prächtiger Paläſte beſetzt, deren Vorderſeite nach der See zu geht; in der Mitte befindet ſich ein breiter Fahr⸗ weg, und gegen das Meer hin ein eben ſo breiter Weg für Fußgänger, der in einem Damm von unverwüſtlichen Quaderſteinen beſteht. Hier verſammeln ſich in den Sommerabenden, um die kühle Seeluft zu genießen, die Einwohner jedes Standes, Alters und Geſchlechts, zu Wagen, zu Pferd' oder zu Fuße. Auf allen Seiten ertönt dann Muſik und Geſang, Scherz und Gelächter; auch bietet man allenthalben Zuckerwerk, Früchte, Eiswaſſer und andere Erfriſchun⸗ gen zum Verkauf aus. Bevor die Stunde der Verſammlung naht, wird auf öffent⸗ liche Koſten das übelriechende, am Dainm ſich anſammelnde Seegras weg⸗ geſchafft, ſo wie auch der Fahrweg mit Waſſer beſprengt, um den Staub zu löſchen.— 4
Von Palermo führt eine ſchöne, ſchnurgerade Landſtraße, die lange Zeit der einzige gebahnte Weg Sieiliens war, durch die Ebene nach Monreale und von da nach Trapani. Zu beiden Seiten derſelben erblickt man nah und fern die reizendſten Landſchaften mit vielen Gebäuden und andern Gegenſtänden, welche den Reiſenden zu einer nähern Betrachtung einladen. Dahin gehört z. B. das ſarazeniſche Schloß Cuba, das jetzt, unter dem Namen castello reale, zu einer Cavalerie⸗Kaſerne dient. Nur die äußern Mauern ſind vom alten Gebäude übrig; das Innere hat man neu ausgebaut. Ueber dem Haupt⸗ thore iſt ein ſonderbares Bild angebracht, welches eine Menge Perſonen ſo


