Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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meiſten derſelben ſind es nur durch beſondere Unglücksfälle geworden. Die

Geſichtsfarbe iſt weiß und blühend, obgleich hierin, wie in allen Ländern,

zwiſchen den verſchiedenen Ständen und zwiſchen den Einwohnern in großen Städten und denen auf dem Lande einiger Unterſchied Statt findet. Das Geſicht bezeichnen, neben einem gefälligen Ebenmaße ſeiner Theile, eine offene Stirn, eine wohlgeformte Naſe, mehr helle und milde als feurige Augen,

und weniger reizende als edle und ſanft verſchmolzene Züge. Unregelmäßige

und verzerrte Geſichter, ſo wie ſcharfe, tief eingegrabene Züge nimmt man ſelten wahr. Eine die Geſichtsbildung der Engländer entſtellende Eigenheit iſt, daß die untere Lippe merklich vor der obern hervorragt, was vielleicht blos daher rührt, weil ſie im Sprechen, um gewiſſe ihnen eigenthümliche Laute hervorzubringen, den Mund auf die genannte Weiſe geſtalten müſſen. Indeß kommen bei dieſer Gelegenheit oftmals die Zähne zum Vorſchein, die meiſtens wie Elfenbein glänzen, da man auf ihre Säuberung nicht allein aus Liebe zur Reinlichkeit, ſondern auch weil das Klima ſie zur Fäulniß geneigt macht, ſtets die größte Sorgfalt wendet. Die Augen ſind gewöhnlich braun oder. ſchwarz, ſeltener blau oder graulich. Das Haar iſt am häufigſten braun, ſelten hell⸗ farben, und am ſeltenſten ſchwarz oder roth. An der Schönheit des weiblichen Geſchlechtes vermiſſen die Ausländer gewöhnlich nichts, als eine lieblichere Form des Mundes, die niedlichen Füße, und das Lebhafte, Ausdrucksvolle und Reizende in den Mienen der franzöſiſchen und italieniſchen Frauen, wiewohl ſie dieſe den Engländerinnen, in Hinſicht des übrigen ſchönen Ganzen, nicht an die Seite ſtellen.

In den Bewegungen des Körpers zeigen die Engländer zwar nicht die außerordentliche Leichtigkeit und Gewandtheit des Franzoſen, aber auch nicht das Schwerfällige des Holländers, noch die feierliche Steifheit des Spaniers. Schnelligkeit und Feſtigkeit bezeichnen ihren Gang. Ihr Anſtand iſt ungezwun⸗ gen, aber würdevoll; von dem ungeſchickten und tölpiſchen Benehmen, woran man in den meiſten Ländern die unterſten Volksklaſſen erkennt, finden ſich ſelbſt am niedrigſten Pöbel wenig Spuren.

In der Kleidung des engliſchen Volkes herrſcht eine ungemeine Nettigkeit, und eine ſo große Uebereinſtimmung, daß die verſchiedenen Stände ſich ſchwer unterſcheiden laſſen, und die Fremden bei ihrer Ankunft dergeſtalt davon über⸗ raſcht werden, daß vielen die FrageWas haben denn alle dieſe geputzten Leute vor? oderWo iſt denn der Pöbel? und mehr dergleichen entſchlüpft. Denn ungeachtet die Mode ſo oft als bei den Franzoſen wechſelt, wird ihr dennoch von Jedem, vom Greiſe wie von dem Jüngling, vom Handarbeiter wie von dem Lord, in den verſchiedenen Theilen des Reichs wie in der Hauptſtadt, ge⸗

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