Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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nicht an Krämern und Handwerkern. Eben ſo leben hier viele angeſehene Fa⸗ milien, ob ſie ſchon kein Grundſtück eigenthümlich beſitzen oder bewirthſchaften; daher man in manchem von großen Städten entfernten Dorfe eine Menge gut gekleideter Leute herumgehen, und des Sonntags zehn, zwanzig und mehr präch⸗ tige Kutſchen vor den Thüren der Kirche halten ſieht.

2.

Die Bewohner Englands. Urſprung und Sprache derſelben ihre körperliche Beſchaffenheit ihre Kleidung ihr Hausgeräth. Die Macht der Mode und deren Folgen. Geiſtige Eigenſchaften und Charakterzüge.

Die Einwohner von England ſind bekanntlich Nachkommen der Angelſach⸗ ſen, Dänen und Normänner, die nach der Reihe das Land eroberten, ſich mit einander, ſo wie mit den Urbewohnern, den Galen oder Altbriten(einer eeltiſchen Nation), und ſpäterhin mit Schotten und Irländern vermiſchten, der vielen einzelnen Familien aus Deutſchland, Holland, Frankreich und andern Ländern, welche ſich von Zeit zu Zeit unter ihnen niederließen, nicht zu gedenken. Gleich⸗ wohl iſt ihnen in unſern Tagen nichts von dieſer Vermiſchung anzuſehen; ſie ſtellen ein ſo einförmiges Ganzes dar, daß der Ausländer eine große, eng verbundene Familie zu erblicken glaubt. Nur in der Sprache haben ſich Spuren von den ein⸗ zelnen Theilen der vielfach zuſammengeſetzten Volksmaſſe erhalten. Man ſieht deutlich, daß das Angelſächſiſche(eine plattdeutſche Mundart) und das damit verwandte Däniſche den Grund zu dem Sprachgebäude legten, während das von den Normännern eingeführte Altfranzöſiſche, und auch manches Altbritiſche (Waliſiſche), Schottiſche und Iriſche hinzukamen. Aber nur an dieſem Grund⸗ bau der Sprache läßt ſich der Urſprung des Volks erkennen, denn ſpäterhin hat ſie nach der neuern franzöſiſchen ſich mehr ausgebildet, die Wortfügung derſelben, und viele ihrer Wörter angenommen. Auch ſind ihr durch die Künſte und Wiſſenſchaften viele Ausdrücke aus dem Lateiniſchen, Griechiſchen und

Italieniſchen, ſo wie durch den Handel Benennungen aus mancherlei andern,

ſelbſt aſtatiſchen und amerikaniſchen Sprachen einverleibt worden; was alles um ſo leichter geſchah, weil ſie, wegen ihrer vielfachen Zuſammenſetzung, für jede Wortform empfänglich iſt. Uebrigens empfiehlt ſie ſich weniger durch Wohlklang, als durch Reichthum, Kraft, Beſtimmtheit und Kürze im Ausdruck.

So wie in England jede Sache anziehend erſcheint, ſo auch das Aeußere der Einwohner. Sie haben faſt durchgängig einen kraftvollen, wohlgeſtalteten Körper mittler Größe. Krüppelhafte Perſonen findet man ſelten, und die