Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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aus wilden Trauben bereitet. Die von den Europäern eingeführten Weine kommen nur bei den Vornehmen, den reichen Kaufleuten, und bei feierlichen Gaſtmahlen auf den Tiſch. Große Speiſetiſche findet man in China nicht; denn Jeder ſitzt, wenn auch Mehre zuſammen eſſen, an einem beſondern Tiſchchen. Die armen Leute auf den Schampanen, welchen es in der Regel an Tiſchen und Stühlen fehlt, haben die Gewohnheit, beim Eſſen zu kauern. Sie ſchließen um ihre Töpfe, die auf das Verdeck niedergeſetzt werden, einen Kreis, und verzeh⸗ ren auf die beſchriebene Art eine Schale voll Reis nach der andern. Die Zu⸗ ſpeiſe beſchränkt ſich meiſtens auf Stückchen Speck, auf kleine Fiſche, Waſſer⸗ gewürme, oder rohe Früchte. Uebrigens fehlt es den Chineſen faſt nie an gutem

Appetit, weil die Verdauung der Speiſen durch das viele Theetrinken ſehr be⸗

fördert wird; daher ſie auch täglich vier ſtarke Mahlzeiten halten.

So einfach die gewöhnlichen Mahklzeiten der Chineſen ſind, ſo ſehr lieben ſie Prunk und Verſchwendung bei Gaſtereien. Da ich hierüber aus eigener Er⸗ fahrung nicht ſprechen kann, ſo theile ich die Beſchreibung mit, die unſer Schiffs⸗ kapitän von einem Gaſtmahl machte, wozu er, nebſt noch zwei andern Eng⸗ ländern, eines Tages vom engliſchen Comprador gezogen wurde. Die Wände des Speiſeſaales waren mit ſchönen, bunten Tapeten bekleidet, und mit Gemäl⸗

den und Kränzen von künſtlichen Blumen geziert. Zu beiden Seiten ſtand eine

Reihe kleiner Tiſche, und hinter jedem ein Armſtuhl, mit der Lehne gegen die Wand gekehrt. Die Tiſche waren an der Vorderſeite mit prächtig geſtickten Vorhängen verſehen. Zvpiſchen dieſelben hatte man Töpfe mit wohlriechenden Gewächſen, und auf das Erdreich niedliche Figuren von Porzellan geſtellt. Einige der letztern, in deren Nähe unſer Kapitän zu ſitzen kam, hatten Aehnlich⸗ keit mit den Bildern, die wir von Adam und Eva nach dem Sündenfall zu machen pflegen. In den vier Ecken des Saales befanden ſich Tiſche mit ein⸗ ladenden, zierlich aufgethürmten Speiſen, die aber, als bloße Schaugerichte, nicht angerührt wurden. Der Saalthür gegenüber befand ſich der Eßtiſch des Wirthes, auf einem hohen Fußtritt und umgeben mit Schenktiſchen, worauf Wein und Trinkgeſchirr ſtanden. Der Platz in der Mitte des Zimmers war völlig frei. Um das Ganze noch mehr zu erheben und feierlicher zu machen, hatte man, obſchon am hellen Tage, die Fenſter zugemacht und glänzende Lam⸗ pen angezündet, die an ſeidenen Schnüren vom Sparrwerk des Daches herab hingen. Jeder ankommende Gaſt wurde von der lärmenden Muſik der Gun⸗ gungs, Trommeln, Trompeten u. ſ. w. bewillkommt. Bei ſeinem Eintritt nahm ihn der Wirth in Empfang. Die gegenſeitige Bezeigung von Höflichkeiten war ſo umſtändlich, daß ſie wohl eine Stunde dauerte, obſchon die ganze Geſellſchaft nur aus ſieben Chineſen und drei Engländern beſtand. Endlich führte der