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trinken, und ihr Gebet verrichten; daher es denn kommt, daß ſie von den Ihri⸗ gen nie wahrhaft geliebt, ſondern mehr gefürchtet werden.
So ſelten in China das häusliche Glück iſt, eben ſo wenig wird auch das Leben auf andere Weiſe gewürzt. Von öffentlichen Vergnügungen weiß man faſt nichts; denn in einem Lande, wo die Zierden der Geſellſchaft, die Frauen, fehlen, haben ſie keinen Reiz. Aber auch Zuſammenkünfte in den Häuſern ſind etwas Seltenes, weil nicht nur Eiferſucht, ſondern auch Geiz und die Umſtänd⸗ lichkeit, welche mit Beſuchen verknüpft iſt, alle Geſelligkeit verbannen. Gaſte⸗ reien kommen nur bei Hochzeiten, bei der Geburt eines Sohnes und andern wichtigen Ereigniſſen vor.
Obgleich Naturerzeugniſſe aller Art und im Ueberfluſſe nach Canton ge⸗ bracht werden, ſo führen doch die Einwohner eine einfache Lebensweiſe im Eſſen und Trinken. Bei jeder Mahlzeit macht dicker, in Waſſer gekochter Reis das Hauptgericht aus. Des Mittags kommt noch eine kleine Schüſſel Fleiſch oder Fiſch, ſo wie eine mit Gemüſe hinzu, welches blos in Waſſer gekocht, und trocken aufgetragen wird. Da man das Fleiſch faſt immer röſtet, ſo ſind in der Regel Suppen oder Brühen nicht gewöhnlich. Bei den übrigen Mahlzeiten begnügt man ſich mit Reis und kleinen Stücken Speck oder mit Früchten. Eben ſo einfach, wie die Speiſen, iſt auch das Tiſchgeräth. Tiſchtücher und Servietten ſind nicht gebräuchlich; die Stelle der letztern vertreten die Schnupf⸗ tücher. Salz und Gewürze werden nicht auf den Tiſch geſetzt. Da alle Fleiſch⸗ und Fiſchgerichte ſchon in der Küche klein geſchnitten, und Suppen oder Brü⸗ hen nicht genoſſen werden, ſo bedarf man weder Meſſer und Gabeln, noch Löf⸗ fel. Auch die Teller wiſſen die Chineſen zu entbehren. Sie thun mit einer hölzernen Kelle den Reis aus der Schüſſel in eine Theeſchale, führen dieſe mit der Linken nach dem Munde, und bringen mittels zweier Griffel von Elfenbein oder Horn, die man zwiſchen den Fingern der rechten Hand hält, den Reis an den Ort ſeiner Beſtimmung. Auf dieſelbe Weiſe verfahren ſie mit dem grünen Gemüſe, das zu gleicher Zeit mit dem Reis gegeſſen wird. Die Stückchen Fleiſch oder Fiſch, wovon man dann und wann einen Biſſen nimmt, werden mit den Griffeln, wie mit einer Zange gefaßt. Das gewöhnliche Getränk iſt, ſowohl bei Tiſche als zu den übrigen Tageszeiten, Thee ohne Milch und Zucker. Man gebraucht hierzu kupferne Keſſel, welche, um ſie warm zu halten, in höl⸗ zernen Fäßchen ſtehen. Kaffee und Chocolate ſind ganz unbekannt. Waſſer trinken die Einwohner von Canton nie, weil deſſen ſchlechte Beſchaffenheit nur durch das Kochen, und durch die Vermiſchung mit Thee verbeſſert wird. Nach der Mahlzeit trinken ſie gewöhnlich eine Schale gewärmten Samſu, bisweilen auch ſo genannten Mandarinenwein, ein widerlich herbes Getränk, das man


