auflöſende Dämpfe dergeſtalt zu erweichen, daß es wie Wachs ſich trennen und zuſammenfügen, und mithin in jede beliebige Form bringen läßt. In kaltes
Waſſer gelegt, erhält es wieder die vorige Härte.— Die Tiſchler ſind nicht nur
im Stande, alles europäiſche Hausgeräth, was ihnen zu Geſicht kommt, nach⸗ zuahmen, ſondern liefern auch mancherlei hübſche Sachen von eigener Erfindung. Gleichwohl gebrauchen ſie weit weniger Werkzeuge, als die unſrigen. In Er⸗ mangelung der Hobelbank und der Schraubeſtöcke ſetzen ſie ſich, um ein Bret zu behobeln, auf die Erde, drücken dasſelbe gegen den Bauch, und halten es mit den Füßen feſt. Ihre Beile ſind an der linken Seite etwas ausgehöhlt; ſie vertreten zugleich die Stelle des Hammers. Ihre Säge kommt mit der unſrigen überein, außer daß dem Geſtell, welches ganz von Holz iſt, der Span⸗ ner fehlt. Um die Nägel auszuziehen, bedienen ſie ſich eines eiſernen Stabes, welcher einen meißelartig geſchärften Fuß hat; auch wird an den Stab ein weiter Ring geſteckt. Wenn man nun den Nagel zwiſchen dem Fuß und dem Ringe faßt, ſo geſchieht das Herausziehen ohne viel Mühe. Zu Schränken, Bureaux, Bretſpielen und dergleichen, nehmen die Tiſchler Eben⸗, Roſen⸗ und anderes koſtbares Holz. Theekiſten machen ſie aus einer Art weichen Holzes, das von ſeinem Gebrauch den Namen„Tiamock“(Theebaum) erhalten hat. Zu den Särgen, die man jederzeit in großem Vorrathe fertigt, kommt ein beſon⸗ deres bräunliches Holz; ſie werden vorn und hinten von gleicher Weite, und ſo dicht gemacht, daß kein Geruch durchdringen kann.— Die Lackirer hält man für die beſten in der Welt. Dieſen Ruf verdanken ſie jedoch nicht allein ihrer Geſchicklichkeit, ſondern hauptſächlich der natürlich guten Eigenſchaft der chine⸗ ſiſchen Firniſſe. Außer der beſtellten Arbeit haben ſie allerlei Waaren von Holz und Blech, z. B. Schränke, Tiſche, Stühle, Theebreter, Doſen zu Thee und
Zucker, Leuchter und mehr dergleichen, jederzeit in Menge vorräthig.— Die Steinhauer liefern Waſſertröge, Grab⸗ und Mühlſteine. Von letztern gibt es zwei Arten; die eine gleicht der unſrigen, die andere einem Mörſer.— Die
Müller in Canton, welche meiſtens nur aus Reis, ſelten aus Weizen, Mehl und Grütze bereiten, enthülſen die Körner auf einer Handmühle, und ſtampfen ſie dann in dem eben genannten Mörſer. Den Stößel ziehen ſie mit einem in der
Höhe befeſtigten Hebebaum auf, und laſſen ihn dann plötzlich herabfallen. Das Geſtoßene laſſen ſie nach und nach durch verſchiedene Siebe laufen, ſo daß man
groben und feinen Grütze und auch Mehl erhält.— Die Branntweinbrenner
verfertigen nur eine Art Reisbranntwein, den man Samſu nennt. Er hat einen für den Europäer widrigen, und ſo ſtarken Geruch, daß die Wirthshäuſer ſich ſchon von weitem dadurch ankündigen, und mithin keines Schildes bedürfen. Man darf ihn daher nicht für ein dem Arack ähnliches Getränk halten, wozu es
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