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und auf die Hervorhebung des Vordergrundes Rückſicht zu nehmen. Dabei⸗ bezeichnen ſie die Umriſſe eines jeden Gegenſtandes durch ſtarke Striche, was vielleicht daher kommt, weil ſie allen Dingen beſtimmte Grenzen geben. Zur richtigen Darſtellung einer Landſchaft ſind ſie ganz unfähig, da ſie keinen Be⸗ griff von der Perſpective haben; entfernte Gegenſtände werden in die Höhe der Wolken geſtellt. Die Portraitmaler gehen äußerſt mechaniſch zu Werke. Mei⸗ ſtens entwerfen ſie Umriſſe zu Bruſtbildern in Vorrath, welche dann, wenn ſich Jemand malen läßt, blos ausgefüllt werden; bisweilen ſind auch zwei oder drei mit Einem Bilde beſchäftigt, weil derjenige, welcher den Kopf fertigt, ſich mit der Kleidung oder dem Grunde nicht befaßt. Deſſen ungeachtet gelingt es ihnen oft, ziemlich treue Darſtellungen von ihren Landsleuten zu machen, weil dieſe in Hinſicht der Geſichtsbildung faſt durchgängig denſelben Zuſchnitt haben. Wenn aber das Geſicht von den nationellen Zügen, womit ſie vertraut ſind, abweicht, ſo läßt ſie ihre Kunſt im Stiche; wenigſtens haben ſie noch nie einen Europäer ganz getroffen. Die beſten chineſiſchen Gemälde beſtehen in Abbildungen von Häuſern, Blumen, Schmetterlingen und andern Gegenſtänden, die keiner vor⸗ züglichen Schattirung bedürfen. Uebrigens malt man auf Papier, auf Holz, Glas, Porzellan, Horn und Elfenbein.
Die Muſik und der Geſang der Chineſen ſind wild und eintönig. Zu den beliebteſten Inſtrumenten gehören das Gungung, das Tambourin, die Trom⸗ meln und Pauken, die Querpfeifen, metallene Schalmeien und Trompeten, ſo wie die Zitter, das Brummeiſen, der Triangel und ein Inſtrument, das, gleich dem des Hirtengottes Pan, aus mehren kleinen Pfeifen beſteht. An der euro⸗ päiſchen Tonkunſt finden ſie keinen Geſchmack; unſern Geſang, beſonders den der Portugieſen, pflegen ſie mit dem Heulen des Hundes, und unſer Violinen⸗ ſpiel mit dem Geſchrei der Katzen zu vergleichen.
Es war eine lange Zeit erforderlich, ehe die chineſiſchen Mechaniker das Getriebe einer Uhr begreifen lernten. Jetzt gibt es in Canton, ſo wie in andern großen Städten des Reichs, ziemlich geſchickte Uhrmacher. Gleichwohl werden auf den Thürmen der Städte die Stunden noch immer, der alten Sitte gemäß, durch Sand⸗ oder Waſſeruhren angezeigt.— Die Goldſchmiede ſind als gute Arbeiter bekannt, aber auch als Leute, die mit ihrer Geſchicklichkeit jede Art des Betrugs verbinden. Ihre Prüfſteine haben eine eiförmige Geſtalt.— In Perlmutter und andern Muſchelſchalen, in Elfenbein, Knochen und Horn ar⸗ beiten die Chineſen ſo vortrefflich, daß ihnen der Europäer nichts von der Art an die Seite ſtellen kann. Die erhabenen Figuren auf den perlmutternen Doſen ſind äußerſt fein; man ſollte glauben, ſie wären mit Hülfe des Vergrößerungs⸗ glaſes verfertigt, was jedoch nicht der Fall iſt. Das Horn weiß man durch


