Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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die Nation durch ihre Liebe zur Gärtnerei eine ziemliche Kenntniß von den Ge⸗ wächſen, und von den Wirkungen, welche ſie auf den menſchlichen Körper äußern, erworben hat. Noch mehr Nutzen würde aus dieſen Erfahrungen hervorgehen, wenn man ihnen allein folgte. Aber nur zu oft miſcht ſich der Aberglaube und die Habſucht der Regierung ein, welche letztere z. B. den Ginſeng wovon ich im II. Abſchnitt meiner Reiſen ausführlich geſprochen habe, noch immer als ein allgemeines Heilmittel empfiehlt, weil ſie durch den Verkauf desſelben, wozu nur ſie berechtigt iſt, anſehnliche Summen gewinnt. Das gemeine Volk macht faſt in allen Krankheiten von dieſem Mittel Gebrauch, daher man auch ſelten in eine Apotheke kommt, ohne es verkaufen zu ſehen. Da die Aerzte immer nur einfache Arzneien verordnen, ſo ſind den Apothekern chemiſche Miſchungen un⸗ bekannt. Sie verfertigen nicht einmal Pulver, Pillen, Aufgüſſe und dergleichen. Ihr ganzes Geſchäft beſteht darin, daß ſie die geſammelten Kräuter und Wur⸗ zeln gehörig trocknen, reinigen, zerſchneiden und in Gefäßen von Porzellan aufbewahren. Die Apotheken, deren es in Canton eine große Anzahl gibt, er⸗ kennt man an den Hirſchgeweihen, die vor ihren Thüren und innerhalb derſelben aufgehängt ſind.

Die Schifffahrt der Chineſen iſt bereits oben beſchrieben worden; hier füge ich nur noch hinzu, daß ſie nach dem, was ich von den geographiſchen, aſtronomiſchen und mathematiſchen Kenntniſſen der Nation geſagt habe, ſich auf keiner hohen Stufe befinden kann.

Was die eigentliche Bildhauerkunſt betrifft, ſo iſt ſie in China kaum dem Namen nach bekannt. Die Abbildungen der Götzen beſtehen, wie ſchon im Vorhergehenden geſagt wurde, aus Holz, oder aus Pappe. Ueberdem verfährt man bei der Verfertigung derſelben auf die ſonderbarſte Weiſe. Denn der Kopf, der Leib, die Beine u. ſ. w. werden alle einzeln und von verſchiedenen Arbeitern gemacht, und durch Pfähle, die man durch den Leib ſteckt, mit einander verbun⸗ den; das Ganze bekommt dann einen Anſtrich mit Farben und Firniß. Bei einer ſolchen Zuſammenſetzung kann es nicht fehlen, daß die lächerlichſten Miß⸗ geſtalten zum Vorſchein kommen, weil die einzelnen Theile ſelten mit einander übereinſtimmen. Eine größere Geſchicklichkeit beſitzen die Gypsbildner, beſon⸗ ders in Darſtellung der Menſchen und Thiere im Kleinen. Es laſſen ſich daher viele Europäer, die nach Canton kommen, von ihnen abbilden; und ich habe mehre dergleichen Figuren geſehen, welche in Hinſicht der Geſichtszüge, ſo wie der ganzen Geſtalt und Bekleidung des Körpers eine ſprechende Aehnlichkeit mit den Urbildern hatten. 4

In der Malerei legen die Chineſen den größten Werth auf lebhafte, in die Augen fallende Farben, welche ſie auftragen, ohne auf Licht und Schatten,

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