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wird getrommelt, an Glocken und an ein Gungung geſchlagen, auch werden andere chineſiſche Inſtrumente geſpielt. Dieſe Art Meſſe dauert gegen zwei Stunden, und während derſelben beweiſen die Bonzen eine ſo tiefe Andacht, daß ſie nie ein Auge auf irgend einen Menſchen richten. Bisweilen gehen ſie auch in der Stadt umher und opfern in den Häuſern. Außerdem beſchäftigen ſie ſich mit Wahrſagen und dem Heilen der Kranken. Ihr Einkommen beruht auf den milden Gaben der Gemeine, welche ſie von Zeit zu Zeit, einſammeln. Hierbei iſt von ihren Obern die Einrichtung getroffen worden, daß die Sam⸗ melnden ein Regiſter bei ſich führen, worein ein jeder Geber dasjenige, was er dem Kloſter ſchenkt, aufzeichnet und unterſchreibt, ein Kunſtgriff, welcher nicht nur die Ehrlichkeit des Sammlers verbürgt, ſondern auch die Eigenliebe des Gebers zur Freigebigkeit nöthigt. Von den Speiſen und Getränken, welche das Volk in den Pagoden opfert, wird ihnen nichts zu Theil, weil es dieſelben nach beendigtem Gottesdienſt wieder nach Hauſe trägt. Uebrigens beſchuldigt man die Bonzen, daß ſie unter dem Schein der Selbſtverläugnung und Be⸗ ſcheidenheit, Stolz und Habſucht verbergen. Die in China gebräuchlichen Feſte übergehe ich, da ich blos dem bekannten Laternenfeſt beiwohnte, welches jährlich, zur Abwendung der Feuersbrünſte, drei Abende hinter einander dergeſtalt ge⸗ feiert wird, daß man die Häuſer innerlich und äußerlich mit unzähligen bunten Laternen und erleuchteten Figuren behängt, während aus denſelben die Töne muſikaliſcher Inſtrumente erſchallen, und die Prieſter, in rothe Röcke gekleidet, aus dem einen in das andere gehen, um zu opfern.
8.
Fortſchritte der Chineſen in den Wiſſenſchaften und Künſten. Erwähnung einiger vorzüglich wich⸗ tigen Gewerbzweige, und Bemerkungen über den Ackerbau— ſorgfältige Bereitung des Düngers. Charakter der Chineſen. Unarten, die ſich der Pöbel gegen die Fremden erlaubt.
In Hinſicht der geiſtigen Bildung ſtehen die Einwohner von Canton unter allen ihren Landsleuten auf der höchſten Stufe, indem die Europäer ſchon manches Licht über die falſchen Meinungen derjenigen verbreitet haben, mit. welchen ſie in Berührung kommen. Dieſe Aufklärung kann jedoch, weil man ſie vor der Regierung geheim halten muß, auf die Wiſſenſchaften und Künſte im Allgemeinen wenig oder gar nicht einwirken. Der große Haufe glaubt noch immer, daß die Erde eine viereckige Fläche, und China in der Mitte gelegen, und mit Ländern umgeben ſei, welche von den ſonderbarſten Geſchöpfen bewohnt werden; daß auf dem Boden des Oceans ein Ungeheuer ſich befinde, welches durch ſein ſechsſtündiges Ein⸗ und Ausathmen die Ebbe und Fluth bewirke u. ſ. w.
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