Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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ihren Verdienſten beſtimmt. Der Gott Fo ſei geboren die Menſchen zu erretten, und die Irrenden auf den Weg zur Seligkeit zu führen; er habe ihre Sünden abgebüßt, und ihnen eine ſelige Wiedergeburt in der andern Welt erworben. Die vorzüglichſten Gebote ſind: kein lebendes Geſchöpf zu tödten, kein fremdes Gut an ſich zu bringen, Stolz, Unreinlichkeit und Unkeuſchheit zu meiden, ſo wie nicht zu lügen und keinen Wein zu trinken. Uebrigens empfiehlt dieſe Re⸗ ligion, Werke der Barmherzigkeit auszuüben, Tempel zu bauen, und freigebig gegen die Prieſter zu ſein. Sie lehrt eine Secelenwanderung, und daß böſe Menſchen nach ihrem Tode in die unreinſten und ſchlechteſten Thiere fahren werden. Auch der Glaube an eine Vorherbeſtimmung ſteht mit ihr in Verbin⸗ dung, daher z. B. beim Ausbruch einer Feuersbrunſt keine Anſtalten zum Lö⸗ ſchen getroffen werden, ſo daß die Vorſtädte von Canton ſchon mehrmals würden ganz abgebrannt ſein, wenn nicht die Europäer das Unglück verhütet hätten. Ueber die Gottheit nachzudenken iſt nicht erlaubt, weshalb die Begriffe davon ſehr ſonderbar ſind. Man verehrt ſie unter dem Bilde des Fo, und ſchafft ſich auch Untergötter aus den verſtorbenen frommen Kaiſern, aus Männern, die ſich um das Reich, oder blos um einige Familien verdient gemacht haben. Eben ſo werden die Sonne, der Mond und die übrigen Himmelskörper zu den göttlichen Weſen gezählt. Auch glauben die Chineſen, daß es gute Geiſter, ſo wie Ge⸗ ſpenſter und einen Teufel gebe, daher das geringſte Geräuſch in ihren Häuſern ſie in Schrecken ſetzt. An den Teufel richten ſie oft fromme Gebete, damit er ihnen kein Uebel zufüge. Der Gottesdienſt beſteht hauptſächlich darin, daß Jeder mehrmals des Tages vor ſeinem Hausgötzen betet, mit Sandelholz räu⸗ chert, Goldpapier verbrennt, und Speiſen und Getränke niederſetzt. Dieſe religiöſen Gebräuche verrichten die Leute beſonders auch dann, wenn ſie irgend etwas von einiger Wichtigkeit unternehmen, damit die Gottheit ihnen beiſtehen möge. Nur an gewiſſen Feſttagen gehen ſie in die Pagoden, um ihre Opfer darzubringen; dem täglichen Gottesdienſte der Prieſter wohnen ſie blos als Zuſchauer bei, indem ſie außen vor dem Gitterthor der Pagode niederknieen. Die zahlreichen Prieſter oder Bonzen führen ein klöſterliches Leben; ſie entſagen der Ehe, und eſſen weder Fleiſch noch Eier. Sie kleiden ſich in graue, bis auf die Füße reichende, mit ſehr weiten Aermeln verſehene Röcke. Um den Hals tragen ſie eine große Perlenſchnur. Der Kopf iſt ganz geſchoren. Ihre gottes⸗ dienſtlichen Handlungen beſtehen hauptſächlich darin, daß ſie, paarweiſe hinter einander, um den Altar ziehen, wobei ſie bisweilen ſtille ſtehen, und, die Hände zuſammen gefaltet oder gen Himmel gehoben, ihre Gebete herſagen, bisweilen auf das Geſicht niederfallen, und zwar jederzeit dreimal hinter einander. Nachher räuchern ſie mit Sandelholz, und bringen ihre Opfer dar. Zu gleicher Zeit

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