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Befolgung zu wachen. Die Regenten ließen es jedoch bei dieſen Beſchränkungen des freien Willens nicht bewenden. Sie führten die Religion des Fo aus Indien ein, weil ſie geſchickter, als die des Confucius iſt, die Sinne des Menſchen zu beſchäftigen, und ihn vom Nachdenken über das Ueberſinnliche abzuhalten. Ferner verboten ſie alle Reiſen außerhalb des Landes, und erklärten diejenigen für unehrlich, welche dergleichen unternahmen, ſo wie ſie auch Schriften ver⸗ breiteten, worin China als das vollkommenſte und glücklichſte aller Länder, die übrigen aber als unglücklich und verachtenswerth geſchildert werden. Kurz, ſie ſetzten ihre Unterthanen außer aller Verbindung und Bekanntſchaft mit der übrigen Welt, wodurch dem Einfluß fremder Nationen, ſo wie auch dem Aus⸗
wandern vorgebeugt wurde. Die Schifffahrt nach gewiſſen nahe gelegenen Ländern und die Handelsverbindung damit geſtattete man erſt in ſpätern Zeiten. In neuerer Zeit iſt der Auswanderung aber kein Hinderniß mehr in den Weg gelegt, wenigſtens haben die Einwohner des himmliſchen Reiches dieſes zu Tauſenden verlaſſen, um nach dem Indiſchen Archipel, Californien und Auſtra⸗ lien auszuwandern. Der vorzüglichſte Kunſtgriff, welchen die chineſiſche Re⸗ gierung zur Erhaltung der eingeführten Verfaſſung und Gebräuche anwendete, war, daß ſie die Sprache und die Schrift unabänderlich feſtſetzte. Hätte man der Ausbildung derſelben freien Lauf gelaſſen, ſo würden die Wiſſenſchaften nicht auf der niedrigen Stufe der Entwickelung ſtehen geblieben, ſondern von den Gelehrten, trotz aller Bedrückungen, erweitert worden ſein, ſtatt daß ſich dieſe jetzt bis in ihr vierzigſtes oder funfzigſtes Jahr mit der Erlernung der ſo ſchwierigen Schrift und Sprache beſchäftigen müſſen, um gegen das Ende ihres Lebens die uralten Klaſſiker entziffern zu können, die außer der Reichsgeſchichte, den Geſetz⸗ und Ceremonieen⸗Büchern, einigen moraliſch⸗religiöſen, poetiſchen, und mehren guten, den Ackerbau und die Kräuterkunde betreffenden Schriften, lächerliche Fabeln von fremden Ländern und abgeſchmackte Begriffe von den Erſcheinungen in der Natur enthalten. Die Regierung wollte nie Erweiterung der Wiſſenſchaften, da die Staatsverfaſſung mit der Aufklärung des Volks nicht beſtehen kann. Deſto mehr nahm ſie den Ackerbau, die Verfertigung des Porzellans, der Seidenwaaren, und überhaupt mechaniſche Fertigkeiten, die den Reichthum des Landes und die Staatseinkünfte unmittelbar vermehren, in ihren Schutz. So geſchah es denn, daß, obſchon der Thron des chineſiſchen Reiches mehrmal, beſonders in neuern Zeiten, erſchüttert wurde, dennoch die Verfaſſung desſelben ſeit Jahrtauſenden ſich unverändert erhielt, weil die Herrſcher nie Urſache hatten, damit unzufrieden zu ſein. Eben ſo geſchah es, daß die Sitten und Gebräuche, wie die Wiſſenſchaften und Künſte, auf derſelben Säfe ſtehen blieben, während das mechaniſche Talent allein ausgebildet wurde. 8


