Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Die Frauen wurden bei ihrer Ankunft auf einem beſondern für ſie einge⸗ richteten Seſſel, mittels eines an der großen Raa befindlichen Takels, aus dem Boote auf's Verdeck gezogen; das gewöhnliche Verfahren, um ihnen das ge⸗ fährliche und den Wohlſtand verletzende Beſteigen der ſteilen Schiffstreppe zu erſparen. Nachdem die Gäſte ſich verſammelt und einige Zeit in der Kajüte verweilt hatten, beſchloſſen ſie einſtimmig, auf dem Verdecke zu ſpeiſen; denn das Réaum. Thermometer ſtand in den Mittagſtunden auf 31 Gr., und die Hitze war in der Kajüte, wo ſie durch die vielen Menſchen noch vermehrt wurde, ſo unerträglich, daß man nach friſcher Luft ſchmachtete. Die in der Kajüte vor⸗ gerichtete Tafel wurde deßhalb wieder abgeräumt, und unter das Sonnenzelt gebracht, wo ſie nach wenig Minuten von neuem geordnet da ſtand. Das Tafelzeug war ſehr geſchmackvoll und theils von Silber. Schon lud die auf⸗ getragene Suppe zum Platznehmen ein, da zeigte ſich erſt die Schwierigkeit, wie man die Geſellſchaft mit Sitzen verſorgen ſollte; denn die feſten Polſter⸗ bänke der Kajüte fielen nun weg, und mit Stühlen ſind die Schiffe ſelten in großer Anzahl verſehen. Man ſuchte ſich jedoch mit Fäſſern, Waſſereimern und andern paſſenden Geräthſchaften zu behelfen, bis der Zimmermann in der Geſchwindigkeit eine Bank verfertigt hatte.

Die Bewirthung war wirklich glänzend, und die Unterhaltung der Gäſte wurde bald ſo traulich, daß man glaubte, ſie wären ſchon lange mit einander bekannt, und dennoch hatte faſt keiner den andern zuvor geſehen. Ueberhaupt ſind die Seeleute gute Geſellſchafter; ihre Geſpräche ungezwungen, lebhaft und oft voll treffenden Witzes. Man lacht, ſcherzt und vertreibt ſich die Zeit auf die angenehmſte Weiſe. Manchen Stoff zum Lachen gaben heute die kleinen Neckereien, welche die Meereswogen, des ſchönen Wetters ungeachtet, verübten. Bald hoben ſie das Hinter⸗ bald das Vordertheil, bald die rechte bald die linke Seite des Schiffes in die Höhe, und dann rutſchte die ganze Geſellſchaft, ihr Geſchirr feſt haltend, mit dem Tiſche hin und her. Auf andern Schiffen würde man der Sache durch das Annageln des Tiſches bald abgeholfen haben, aber hier mußte dieß, weil der Fußboden koſtbar getäfelt war, unterbleiben.

Da ſich in der Geſellſchaft einige Engländer befanden, welche mit fremden Sprachen nicht bekannt waren, ſo führte man während der Mahlzeit die Unter⸗ haltung in engliſcher Sprache, die ohnehin den Seeleuten der nördlichern Völker geläufig iſt. Aber nach Beendigung des Mahles, wo die Gäſte ſich in einzelne Gruppen theilten, wurde deutſch, engliſch, däniſch, ſchwediſch und holländiſch, alles durch einander geſprochen. Man trank Wein und Südfrüchte bis zur Thee⸗ zeit, und froher Scherz und launige Erzählungen belebten die ganze Geſellſchaft.