Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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weißen Vortüchern verſehen, erſchienen in größter Geſchäftigkeit. Die Kunſt, womit die Schiffköche in ihrem beſchränkten Raum die mannichfaltigſten Spei⸗ ſen zuzubereiten wiſſen, zeigte ſich in ihrer ganzen Größe. Neben, über und

unter dem Feuer wurde geſotten, gebraten und gebacken, obgleich das Schiff

in unaufhörlicher Bewegung war.

Da die nähere Beſchreibung einer Schiffküche für manchen Leſer vielleicht intereſſant iſt, ſo will ich ſie hier beifügen. Auf den Kauffahrern befindet ſich die Küche gewöhnlich auf dem obern Deck in der Nähe des großen, zuweilen des Fockmaſtes; aber auf Krieg⸗- und ſehr großen Kauffahrteiſchiffen iſt ſie auf dem Vodertheile des zweiten Decks angebracht. Ehedem beſtand ſie aus einem Heerde von Backſteinen, mit einer hölzernen Bedeckung, um dem Feuer Schutz gegen Wind und Wetter zu geben. Auf jeder Seite befand ſich ein Schiebfen⸗ ſter, das nach Beſchaffenheit des Windes geöffnet und geſchloſſen werden konnte, und durch welches das Kochgeſchäft verrichtet wurde. Dieſe Einrich⸗ tung hatte das Unbequeme, daß bei ſtürmiſchem Wetter kein Keſſel über dem Feuer erhalten werden konnte, und daß der außen ſtehende Koch, weil er ſtets mit Feſthaltung der Kochgeſchirre beſchäftigt war, jeder anprallenden Welle ſeinen Rücken geduldig hinhalten mußte. Aber ſeit einiger Zeit hat man be⸗ quemer eingerichtete Küchen, gewöhnlich engliſche genannt, faſt allgemein einge⸗ führt. Es ſind ofenartige, auf Füßen ruhende Maſchinen von Eiſen. Ihre Breite beträgt höchſtens vier oder fünf Fuß, gewöhnlich aber weniger. Der vordere Theil gleicht vollkommen einem engliſchen, zur Steinkohlenfeuerung eingerichteten Kamin, und iſt zum Kochen für die Kajüte beſtimmt. Die dazu gehörigen Keſſel können leicht ſo geſetzt werden, daß ſie auch bei der heftigſten Bewegung des Schiffes feſt ſtehen. Der hintere Theil beſteht aus zwei oder drei großen, unbeweglichen Keſſeln, die zum Kochen der Speiſen für das Schiffsvolk dienen. Das Feuer unter dieſen Keſſeln wird von der Kaminſeite gemacht. Unter dem Feuerplatze befindet ſich eine Röhre, welche zum Braten, Backen und, da ſie ſtets heiß iſt, zu vielen andern Zwecken benutzt wird. Das Ganze umgibt eine bedeckte, rund umher zwei bis drei Fuß abſtehende hölzerne Einfaſſung, die mit Blech ausgeſchlagen und auf jeder Seite mit einer Thür zum Auf⸗ und Zuſchieben verſehen iſt. Die Dielen innerhalb und neben der⸗ ſelben ſind gewöhnlich mit Bleitafeln belegt. Bei dieſer wohlberechneten Ein⸗ richtung iſt das Geſchäft eines Kochs nichts weniger als beſchwerlich; er hat ſein ganzes Küchengeräth in der Nähe, iſt gegen Kälte und Näſſe geſchützt, und wird daher nicht ſelten von den draußen ſtehenden Matroſen beneidet.

8 Wir hatten auf dem Verdeck ſchon lange verweilt, ehe Jemand, die Matroſen ausgenommen, zu unſerer Bewillkommnung herbei kam. Endlich er⸗