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ſchaften, und es entſteht ein geſelliger, durch Wechſel gewürzter Umgang, wie auf dem Lande; kurz Menſchen, die ſich in ihrem Leben nie gekannt haben, kommen mit Wohlwollen und Gaſtfreundſchaft einander entgegen. Nationelle Abneigung und Feindſchaft ſind dann weniger ſichtbar; doch dauern die Be⸗ kanntſchaften, welche Seefahrer von verſchiedenen Nationen mit einander machen, gewöhnlich nicht länger, als bis zur Ankunft im nächſten Hafen. Nationalſtolz und Eigennutz finden dort neue Befriedigung; man ſucht ſeine Landsleute auf, und beſchränkt ſich auf ihren Umgang.
Wir verlebten auf die angeführte Weiſe eine Reihe angenehmer Tage, die durch das anhaltend gute Wetter noch verſchönert wurden, und vergaßen faſt, daß wir zwiſchen Himmel und Waſſer ſchwebten. Mittlerweile bekamen die meiſten Schiffe nach und nach eine ſchönere Geſtalt, weil man ihr Tauwerk übertheerte, die alte Farbe von dem Holzwerk abkratzte und eine neue auftrug. Dieſe Arbeit wird auf gut eingerichteten Schiffen jährlich mehrmals wieder⸗ holt. Sie dient nicht nur zur Erhaltung der äußern Schönheit derſelben, ſon⸗ dern gibt auch dem Tau⸗ und Holzwerk größere Dauer, und vergütet in reich⸗ lichem Maße die aufgewandten Koſten an Theer und Farbe. In heißen Klimaten iſt die öftere Wiederholung dieſer Arbeit um ſo nöthiger. Deſſen ungeachtet wird ſie von den Spaniern, Italienern und andern ſüdlichen Völ⸗ kern oft ganz vernachläſſigt. Das Holzwerk ihrer Schiffe trägt häufig die Spuren der Verwitterung, und ihr Tauwerk hängt weiß und faſerig an den Maſten, wodurch es nicht allein an Haltbarkeit verliert, ſondern auch ihre Schifffahrt unzuverläſſig macht. Gewöhnlich ſuchen ſie dieſe Vernachläſſigung mit dem leeren Vorgeben, daß ſie Theer und Farbe dadurch erſparen, zu be⸗ ſchönigen; allein, der eigentliche Grund liegt in ihrem Hange zur Unthätigkeit und in der ganzen Verfaſſung ihres Seeweſens. Denn bei ihnen verdingt ſich das Schiffsvolk gewöhnlich auf die Reiſe, ſie mag längere oder kürzere Zeit dauern. Es erhält nur geringe Beköſtigung, iſt aber auch zu keiner Arbeit verbunden, die nicht unmittelbar zur Fortbringung des Schiffes erfordert wird. Dagegen bezahlen die nördlichen Nationen ihre Seeleute monatlich, und reichen ihnen nahrhafte Koſt, zuweilen im Ueberfluſſe; jedoch machen ſie es zum Grundſatze, dieſelben in ſteter Beſchäftigung zu erhalten, wobei die Regierung des Schiffes, die oftmals wenig Arbeit verlangt, als Nebenſache betrachtet wird. Nur auf dieſe Weiſe iſt es möglich, die Beſtandtheile der Schiffe, welche der Vergänglichkeit mehr als andere Dinge unterworfen ſind, in gutem Stande zu erhalten, und überdieß die rohen Matroſen gegen die Ausbrüche regelloſer Leidenſchaften und gegen andere unmoraliſche Handlungen zu verwahren, wozu ſie durch Unthätigkeit und Müßiggang ungleich mehr verleitet werden, als


