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verſperrt. Mit der Angſt eines Lebendigbegrabenen bietet er alle Kräfte auf, ſich irgendwo durchzuarbeiten, aber vergebens. Er ſchreit um Hülfe, aber Nie⸗ mand hört; und endlich wird es ihm klar, daß kein menſchliches Weſen ſich mehr um ihn befinde. Verzweifelnd ſinkt er zwiſchen den Ballen hin, aus wel⸗ cher Lage er ſich nie wieder bewegt, und nimmt, von Hunger und Durſt ge⸗ quält, ſeine Zuflucht zu dem, was die Ballen umher darbieten, Baſt und Tabak, und fängt das Seewaſſer auf, welches durch lecke Stellen im Verdeck herunter⸗ tropft. Auf dieſe Art ſich zu nähren, fährt er einige Tage fort, bis die Er⸗ ſchlaffung ſeiner Eingeweide den gänzlichen Verluſt an Appetit und Kräften nach ſich zieht. Er hatte ſchon geraume Zeit in ſinnloſer Betäubung zuge⸗ bracht; doch das Geräuſch unſerer Leute ermunterte ihn, den ſchwachen Ueber⸗ reſt ſeiner Kräfte aufzubieten, um einige Laute von ſich zu geben, welche mach⸗ ten, daß man zu ſeiner Rettung herbeieilte.
Um zehn Uhr Morgens kam eine däniſche Kriegsbrig vom Lande, welcher das verunglückte Schiff, mit allem was man darauf vorgefunden hatte, ſo wie auch eine ſchriftliche Anzeige an den ſpaniſchen Konſul in Drontheim, ſofort übergeben wurde. Hierauf ſetzten wir die Reiſe mit den unangenehmen Ein⸗ drücken, welche der grauſenvolle Auftritt dieſes Tages in unſeren Seelen zurück⸗ ließ, weiter fort.
2.
Zuſammentreffen mit vielen Archangelfahrern— es entſteht ein geſelliger Verkehr. Man iſt bemüht, das Anſehen der Schiffe zu verſchönern. Der Mahlſtrom. Feierliche Begrüßung des Johannistages. Unſer Schiff wird geſäubert— Verfahren dabei. Die Mannſchaft hält Gottesdienſt— Bemerkungen über den religiöſen Charakter der Seeleute im Allgemeinen. Gaſtmahl auf einem däniſchen Schiffe. Beſchreibung des letztern, beſonders ſeiner Küche. Die Schiffküchen überhaupt. Schilderung der Gäſte, beſonders einiger ſchwediſchen Kapitäne mit Hinſicht auf ihre Untergebenen. Beweis von Achtung gegen das weibliche Geſchlecht. Köſtliche Bewirthung der Geſellſchaft— ihre Luſtigkeit. Der Unfug eines Affen verurſacht allgemeine Störung. Erzählung anderweitiger Streiche desſelben. Die gegenſeitige Anhänglichkeit der Menſchen und Thiere iſt auf der See ſtärker als auf dem Lande.
Am frühen Morgen des 19. Juni ſtießen, unter dem 65. Grad der Breite und dem 25. der Länge, wohl funfzig Archangelfahrer von verſchiedenen Na⸗ tionen zu uns. Einige derſelben trennten ſich bald wieder, aber der größere Theil blieb in unſerer Geſellſchaft.
Bei einem ſokchen Zuſammentreffen der Schiffe nimmt das Seeleben eine freundliche Geſtalt an. Die melancholiſche Einſamkeit und das ermüdende Einerlei, welches auf einzelnen Seglern herrſcht, verſchwinden; man kann die gelegentlichen Bedürfniſſe leicht befriedigen, und darf bei jedem Unfall auf Hülfe rechnen. Man beſucht die benachbarten Schiffe, macht neue Bekannt⸗


