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Da die Luken und alle Zugänge des Raums verſchloſſen waren, ſo erbrachen ſie den Verſchlag, räumten einen Theil der Ladung weg, und fanden— einen halb nackten Menſchen, der, zwiſchen zwei Ballen liegend, in unbeſchreiblichem Elend ſchmachtete. Auf ſeinem Geſicht waren noch jugendliche Züge zu leſen, übrigens aber hatte ſein ganzer Körper das Anſehen einer Leiche. Es gebrach ihm an Kraft, ein Glied zu bewegen, auch war er nicht im Stande, ein Wort zu ſprechen. Sie brachten ihn, ſo wie den erwähnten Pudel, unverzüglich an Bord. 3 3 Nachdem man ſich vom erſten Schrecken erholt hatte, wurde das ſpaniſche Schiff auf's Schlepptau genommen, und mit ihm nach dem Lande geſteuert. Der ſchwache Wind und die hohe See verzögerten die Fahrt, und erſt ſpät am Morgen bekamen wir einige von den Inſeln, die Drontheims Fiord umgeben, zu Geſicht. Zwei Meilen von Hitteröe zogen wir die Nothflagge auf, und thaten einige Kanonenſchüſſe, um Beiſtand vom Lande zu erhalten. Sorgfältige Pflege, friſche Luft und ſanfter Schlaf fingen jetzt an, den wohlthätigſten Einfluß auf den Zuſtand des unglücklichen Spaniers zu äußern. 1 Sein Mund öffnete ſich zum Sprechen, und wir erhielten nach und nach Auf⸗ ſchluß über ſein und ſeiner Gefährten Schickſal: Sie waren vor zwei Monaten mit einer Ladung Tabak für Cadiz, von Havanna ausgelaufen. Einige dort angenommene Matroſen— wahrſcheinlich Freibeuter— verriethen bald nach der Abreiſe Geneigtheit zur Empörung und ſonſt gefährliche Abſichten. Sie wurden daher feſt genommen und an den Fockmaſt geſchloſſen. Während eines Sturmes, der das Schiff bis in die Gegend der Faröer Inſeln verſchlagen und endlich entmaſtet hatte, konnte man ihrer Hülfe nicht entbehren, und mußte ſie freilaſſen. Sie heuchelten Beſſerung und arbeiteten mit Thätigkeit zur Er⸗ haltung des Schiffes. In der darauf folgenden Nacht legte ſich der Sturm. Die ganze Mannſchaft war nun in voller Beſchäftigung, Nothmaſten zu errich⸗ ten. Aber unſern Spanier— den Unterſteuermann des Schiffes— der ſeit mehren Tagen kein Auge geſchloſſen hatte, veranlaßte der Kapitän, ſich ſchlafen zu legen. Er hatte ſich kaum in ſeine Hangmatte gelegt, als ein fürchterlicher
Lärm ihn aufſchreckte. Er ſpringt auf's Verdeck und ſieht, daß die in Verhaft geweſenen Leute einen wüthenden Angriff auf die übrige Mannſchaft machen. Einer derſelben kommt mit gehobener Axt auf ihn zu. Völlig entkleidet und wehrlos ergreift er die Flucht, ſpringt durch die offen ſtehende Vorluke in den 4 Schiffsraum, und verbirgt ſich in den ſchmalen Lücken zwiſchen dem Verdeck und der Ladung. Noch lange hört er wilden Lärm und klägliches Geſchrei, bis * endlich nur noch einzelne Stimmen und Fußtritte vernehmlich ſind. Jetzt faßt b er Muth, ſich aus ſeinem Schlupfwinkel zu begeben, findet aber jeden Ausweg


