Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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dann ſauſend in die Segel und an ihnen herab, und die Wellen ſchlagen mit Ungeſtüm an das Schiff und darüber hinweg; dieſes aber geräth in eine ſehr unruhige Bewegung, neigt ſich auf die Seite, und hat Mühe, durch Wind und Wellen zu dringen, wobei es von der geraden Linie ſeitwärts abgetrieben wird.

Abends um neun Uhr drehte ſich der Wind gegen Süden, und wir hatten ihn alſo ganz im Rücken. Es wurden nun mehre Segel eingezogen, da ſie, von den andern des Windes beraubt, nicht weiter nützen konnten. Wir legten daher nur ſechs Meilen in vier Stunden zurück. Dagegen nahm das Schiff eine ſchwankende, wiegenartige Bewegung an, und da es bald auf die eine, bald auf die andere Seite von ſeiner Laufbahn abwich(gierte), ſo mußte die größte Aufmerkſamkeit beim Steuern angewendet werden, was jederzeit der Fall iſt, wenn man den Wind in gerader Richtung von hinten hat(vor dem Winde ſegelt).

Am 8. wehte ein ſchwacher Südwind und das Wetter war ſo einladend, daß ſich die von der Wache kommenden Leute nicht entſchließen konnten, das Verdeck zu verlaſſen. Einige beſchäftigten ſich mit Leſen, Schreiben, andere mit Waſchen, Schneider⸗ und Schuſterarbeit u. ſ. w. Ja, einer unternahm es, ſeine ſchadhafte Taſchenuhr auszubeſſern, indem er dieſelbe durchaus reinigte und mit einer neuen Feder verſah. Er vollendete die ganze Arbeit in kurzer Zeit und mit vieler Kunſt, obgleich ſeine Hände nichts weniger als zart, und vom Theer und Seewaſſer ganz zerbeizt waren, und, was man ſehr bewundern mußte, ohne ein anderes Werkzeug, als ſein Taſchenmeſſer, dabei zu gebrauchen. Ueberhaupt zeigt der Seemann eine außerordentliche Gewandtheit in mechani⸗ ſchen Arbeiten. Neben ſeinem Handwerke, das gewiß nicht leicht zu erlernen iſt, verſteht er, faſt ſo gut als der gelernte Segelmacher und Reiſſchläger, Segel und Taue zu verfertigen. Ueberdieß pfuſcht er, wenn es die Noth erfor⸗ dert, in alle Handwerke, ohne je eine Anleitung dazu erhalten zu haben. Er unterzieht ſich ſogar weiblichen Arbeiten, und ob ſchon er ſein grobes Seezeug mit Bürſten wäſcht, ſo weiß er doch auch feine Wäſche zu behandeln, und ſogar mit dem Platteiſen umzugehen. Ich habe mehrmals geſehen, daß Matroſen die Oberhemden ihrer Offiziere ſo geſchickt wuſchen, platteten und die Buſenſtreifen in Falten legten, als es nur von weiblichen Händen geſchehen kann. Kurz, der gemeine Seemann iſt ein ſehr vernünftiger, zu vielen nützlichen Geſchäften brauchbarer Menſch, dem in mancher Hinſicht der Vorzug vor dem gewöhnlichen Handwerker gebührt, obgleich er am Lande plump und unbehülflich ſcheint.

Am heutigen Tage bekamen unſere Leute zum erſten Mal ihre Schiffkoſt, weil man ſie nach der Abfahrt aus dem Hafen ſo lange als möglich mit friſchen Lebensmitteln zu beköſtigen pflegte, um ihre Geſundheit und zugleich den