Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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es Tag und Nacht fort, und folglich hat der Seemann täglich zwölf Stunden, die er der Ruhe und Erholung widmen kann, wenn nicht ſtürmiſches Wetter oder andere Umſtände, welche die vereinigten Kräfte der ganzen Mannſchaft erfodern, eine Abweichung nöthig machen; doch hängt dabei auch von der Laune des Kapitäns Vieles ab. Zur Nachtzeit genießen die Wachhabenden, gelegentliche Beſchäftigungen mit den Segeln abgerechnet, einiger Muße. Sie pflegen auf dem vordern und mittlern Theile des Verdecks auf und ab zu gehen, aber immer bereit, die Befehle, die ſie erhalten, unverzüglich auszuführen. Der Steuermann hält ſich auf dem hintern Theile des Verdecks auf, wo man das Ganze am beßten überſehen kann, und dem Winde und den Wellen am wenig⸗ ſten ausgeſetzt iſt. Er richtet ſein Augenmerk hauptſächlich auf das Verfahren des ſteuernden Matroſen, auf die Veränderung des Windes und die Stellung der Segel. Seine Befehle ertheilt er dem wachhabenden Unteroffizier,(Boots⸗ mann, Zimmermann u. ſ. w.), welcher die Ausführung derſelben beſorgt. Am Tage werden die Leute auf der Wache ſtets in Thätigkeit erhalten. Der Kapi⸗ tän führt dann die Oberaufſicht; während der Nacht genießt er der Ruhe, und wird nur bei drohenden Gefahren, die ſeine Gegenwart nöthig machen, geweckt.

Am 7. wurde der Wind ſüdweſtlich, und wehte mithin ſchräg von hinten über das Schiff. Dieſe Richtung des Windes(Backſtags⸗ oder raumer Wind) i*ſt in jeder Hinſicht die vortheilhafteſte, und geſtattet beſonders die meiſten Segel auszuſpannen. Es waren daher wenigſtens dreißig derſelben an dieſem Tage beigeſetzt. Das Schiff ſegelte auch ſo ſchnell, daß es von acht Uhr Mor⸗ gens bis neun Uhr Abends 29 Meilen zurücklegte, gewiß eine große Strecke für ein Kauffahrteiſchiff, obſchon Kriegſchiffe, wenn ſie ſich anſtrengen und günſtigen Wind haben, 3 Meilen und darüber in einer Stunde zurücklegen können. Bei einer ſo ſchnellen Fahrt wird das Schiff mit einem brauſenden Getöſe durch das Meer fortgeriſſen. Jeder Balken, jede Planke zittert, obſchon das Schiff gerade und faſt ohne Schwanken fortgeht, und keine nacheilende Welle Zeit gewinnt, es zu erreichen. Auf beiden Seiten wirft es hohe Schaum⸗ furchen auf, welche, ſo weit das Auge reicht, die durchlaufene Bahn bezeichnen, und in der Nacht einen Glanz verbreiten, daß man in einem Feuermeer zu ſchwimmen wähnt. Von den Maſten herab geſehen, erſcheint dann das Schiff wie ein Komet, der einen langen Schweif nach ſich zieht. Der Wind iſt, wenn auch noch ſo heftig, kuum bemerkbar, weil man faſt mit gleicher Schnelligkeit fortgetrieben wird. Dieſe Art zu ſegeln, macht mit der ihr entgegengeſetzten (bei dem Winde ſegeln), wo der Wind in ſchräger Richtung von vorn kommt, einen auffallenden Kontraſt, beſonders wenn man, wie z. B. beim Unſchiffen einer Landſpitze, von jener zu dieſer Art ſchnell übergeht. Der Wind fällt

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