Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Reiſevorrath zu ſchonen. Sie ſchienen indeß mit dieſer Veränderung nicht unzufrieden; denn ſo ſehr ſich auch der Seemann auf langen Reiſen nach den friſchen Erzeugniſſen des Landes ſehnt, ſo findet er ſie doch bald zu weichlich, und verlangt nach der herzhaften geſalzenen Schiffkoſt, an die er gewöhnt iſt. Die Verpflegung der Mannſchaft auf den Kauffahrteiſchiffen iſt im Allgemeinen ſehr verſchieden, da jede Nation ihre eigene, durch das Herkommen oder durch* Geſetze eingeführte Ordnung beobachtet, wovon jedoch die Eigenthümer und die Kapitäne der Schiffe, zum Vortheil oder Nachtheil ihrer Leute, öfters ſehr willkürlich abweichen. Auf den ſchwediſchen Schiffen reicht man Fiſchſpeiſen vier⸗ oder mehrmal in der Woche, dagegen auf den engliſchen täglich Fleiſch gegeben wird. Die Deutſchen, die Dänen und Holländer halten zwiſchen beiden die Mittelſtraße; die Franzoſen eſſen mehr Gemüſe als Fleiſch und Fiſche, u. ſ. w. Auf unſerem Schiffe war die Beköſtigung ungefähr folgende: Sonntags geſal⸗ zenes Rindfleiſch und ein Pudding mit Brühe von Butter, Mehl und Waſſer; Montags und Freitags Stockfiſch und Kartoffeln oder gelbe Erbſen; Diens⸗ tags und Donnerstags geſalzenes Rindfleiſch mit grauen Erbſen; Mittwochs und Sonnabends geſalzenes Schweinefleiſch und gelbe Erbſen oder weiße Boh⸗ nen. Das Frühſtück beſtand aus Grütze oder Mehlbrei. Zum Abendeſſen wurden die Ueberbleibſel vom Mittag unter mancherlei Geſtalten wieder auf⸗ getiſcht. Ein wohlſchmeckendes und bei unſern Matroſen ſehr beliebtes. Gericht wurde aus Stockfiſch und Kartoffeln bereitet, indem der erſtere, nach Abſonde⸗ rung der Gräten, mit den letztern zu einem Teige geſtampft, und dann mit Butter und Gewürz vermiſcht, in der Pfanne gebacken wurde. Ueberdem er⸗ hielt Jeder täglich 1 Pfund Zwieback und wöchentlich 1 Pfund Butter, ſo wie ½ Pfd. guten Käſe. Für Getränk mit Ausnahme des Waſſers wurde nicht geſorgt; nur beim Frühſtück und nach Vollendung einer anſtrengenden Arbeit gab man ein Glas Branntwein. Ueberhaupt beobachtete der Kapitän, wenn das Schiff auf der See war, große Vorſicht bei Vertheilung berauſchender Getränke, und ſah auf jeden Verſtoß gegen Nüchternheit als ein Hauptver⸗ brechen, ſo freigebig und nachſichtig er auch in dieſer Hinſicht am Lande zu ſein pflegte. Die Bedürfniſſe an Thee, Kaffee, Zucker und Taback, welche für den Seemann ganz unentbehrlich ſind, mußten aus eigenen Mitteln beſtritten werden. Während des Aufenthaltes in einem Hafen erhielt die Mannſchaft jeden Mittag friſches Fleiſch. In die Brühe that man Graupen oder Reiß und allerlei grüne Gemüſe, welche das Land und die Jahreszeit hervorbrachten, und zum Beſchluß gewöhnlich noch Mehlklöſe, ſo daß ſich Allees in einen dicken Brei verwandelte, deſſen Beſtandtheile kaum zu unterſcheiden waren. Zum Getränk wurde Bier, Wein oder was ſonſt die Landesſitte mit ſich brachte,