Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1831) Reise von London nach China und Rückkehr nach England : mit besonderer Hinsicht auf den Charakter und die Lebensart der Seeleute / von F.T.M. Richter
Entstehung
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dienen Wuͤrfel bisweilen zur Unterhaltung. Dieſe wer⸗ den uͤberdem faſt taͤglich gebraucht, wenn man die Goͤtzen um Rath fragt, was zu thun oder zu laſſen ſei. Die Chineſen ſpielen auch Dame, und ein Bretſpiel, wel⸗ ches nur zwei Steine, aber eben ſo viel Ueberlegung, wie das Schach erfodert. Die Kinder beluſtigen ſich mit fliegenden Drachen, mit Voͤgeln und Schmetterlin⸗ gen von Papier, ſo wie mit Baͤllen und auf andere Weiſe. Man uͤbt ſich von fruͤher Jugend an, große Laſten aufzuheben, ſo daß Erwachſene oft 150 Pfund mit ausgeſtrecktem Arm empor halten koͤnnen. Die Juͤnglinge ſuchen ſich Gewandtheit beim Schlagen zu erwerben, indem ſie ſechs und mehr ſchwere, mit Sand gefuͤllte Saͤcke aufhaͤngen, und dann, in der Mitte ſtehend, dieſelben in Bewegung ſetzen, und ihren Stoͤ⸗ ßen auszuweichen ſuchen. Auch uͤben ſie ſich, die Mus⸗ keln zu ſpannen, um die Hiebe, welche ihnen bei ernſt⸗ haften Pruͤgeleien vom Gegner beigebracht werden, we⸗ niger zu empfinden. Solche Leibesuͤbungen ſetzen die Chineſen oft bis in's ſpaͤte Alter fort, ob ſie ſchon in Faͤllen, die eine Gelegenheit zu ihrer Anwendung dar⸗ bieten, wenig Vortheil daraus ziehen.

Verbrechen werden in China ſelten den Gerichts⸗ hoͤfen zur Unterſuchung vorgelegt, ſondern meiſtens von dem erſten Mandarin, welchem ſie zu Ohren kom⸗ men, auf der Stelle beſtraft; auch laͤßt ſich faſt jedes mit Geld abbuͤßen. Die gewoͤhnliche Strafe beſteht in Schlaͤgen mit einer Geißel von geſpaltenem Bambus⸗

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