189 von Pferden und Eſeln, von Hunden, Katzen oder Ratten vorſetzen, welche Fleiſcharten in China fuͤr Lek⸗ kerbiſſen gelten. Ein Gericht, daß ihnen den Appetit gaͤnzlich benahm, waren gebratene, mit einem Teig gefuͤllte Froͤſche, die man, wider die ſonſtige Gewohn⸗ heit, ganz gelaſſen hatte. Beim Zerlegen eines ſol⸗ chen Froſches verfuhren die einheimiſchen Gäͤſte derge⸗ ſtalt, daß ſie ihn an den Beinen faßten, in vier Stuͤcke zerriſſen, und dann jedes einzeln in den Mund ſteck⸗ ten. Die Knochen ſpuckte man in eine beſondere Schale. Den Beſchluß des Mahles machte Reiß, ſo wie auch Thee, Arack und Wein, welcher letztere uͤber⸗ haupt fuͤnfmal gereicht wurde. Die ganze Mahlzeit dauerte gegen vier Stunden. Waͤhrend derſelben ſtan⸗ den der Wirth und ſein Sohn haͤufig vom Tiſche auf, um bei den Gaͤſten herum zu gehen, und ſie zum Eſſen und Trinken zu noͤthigen, die ſich jedes Mal weiger⸗ ten, endlich aber tapfer zulangten. Auch wurden die Gaͤſte die ganze Zeit uͤber nicht nur mit Muſik, ſon⸗ dern auch von Taſchenſpielern unterhalten, die in der Mitte des Saales ihre Kunſtſtuͤcke machten. Ein wuͤ⸗ thender Laͤrm mit den Gungungs, Trommeln ꝛc. gab der Geſellſchaft das Zeichen aufzuſtehen. Der Gaſtge⸗ ber wurde mit ſchmeichelhaften Dankſagungen uͤber⸗ haͤuft, welcher— dem Herkommen gemaͤß,— ganz beſchaͤmt zur Thuͤr hinaus und in den Garten eilte, wodurch er zugleich die Gaͤſte ſtillſchweigend auffo⸗ derte, ihm dorthin zu folgen. Nach der Zuruͤckkunft
Teil eines Werkes
5. Bändchen (1831) Reise von London nach China und Rückkehr nach England : mit besonderer Hinsicht auf den Charakter und die Lebensart der Seeleute / von F.T.M. Richter
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


