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empfinden. Eine ihrer ungluͤcklichſten Leidenſchaften iſt die graͤnzenloſe Eiferſucht, welche ſchon manchem un⸗
ſchuldigen Weibe das Leben gekoſtet, und eine Reihe
von Verbrechen nach ſich gezogen hat. Sie gruͤndet ſich nicht nur auf das Mißtrauen, welches ſie in jeder Hinſicht gegen Andere hegen, ſondern hauptſaͤchlich auch auf ihre wolluͤſtige Gemuͤthsart, die uͤberdem nicht ſelten die unnatuͤrlichſten Laſter erzeugt.
Bei dem allen benehmen ſich die Chineſen im Um⸗ gange mit Andern ſehr anſtaͤndig, und zeigen Witz und gute Laune, aber auch kleinliche Neugierde, Eigenſinn und Hochmuth gegen Geringere. Den Geſetzen des Landes gemaͤß, ſind ſie voll umſtaͤndlicher Hoͤflichkeit. Die Art der Begruͤßung iſt mannichfach, und richtet ſich nach der Verſchiedenheit der Staͤnde. Die gewoͤhn⸗ lichſte beſteht darin, daß man die Haͤnde geballt und uͤber einander auf die Bruſt legt, dann mit einer Ver⸗ neigung des Kopfes ſenkt, und endlich, ſie wieder auf⸗ hebend, langſam und feierlich„Sin! Sin!“ ſpricht. um Vornehmen die gebuͤhrende Achtung zu erweiſen,
fallen die Geringern auf die Kniee. Zwei Freunde, die
nach einer langen Trennung wieder zuſammen kommen, umarmen einander, und knieen gemeinſchaftlich nieder,
was ſie bisweilen neunmal wiederholen, bevor es zu
Worten kommt. Niemand wuͤrde, ohne vollſtaͤndig an⸗ gekleidet zu ſein, ſeinen beßten Freund im Hauſe em⸗ pfangen. An der Thuͤr des Zimmers ſtreiten ſich Wirth und Gaſt wohl eine Viertelſtunde um die Ehre des
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