15 ohne daß man noͤthig hat, den Magen mit Fluͤſſig⸗ keiten zu uͤberfuͤllen und dadurch die Eingeweide zu ſchwaͤchen. Kurz, ich fand, daß mir an ſolchen Tagen, wo ich mich badete, die Haͤlfte des Getraͤnks genuͤgte, das ich außerdem zu mir nehmen mußte; ja, man hat Beiſpiele, daß Seefahrer, welchen es mehre Wochen an Trinkwaſſer mangelte, blos durch Huͤlfe des Bades ſich am Leben erhielten.
Da ich hier die Geſundheitpflege beruͤhrt habe, die in den heißen Klimaten unter unſern Leuten im Allgemeinen Statt fand, ſo will ich bei dieſer Gele⸗ genheit die dort von mir gefuͤhrte Lebensweiſe noch beſonders beſchreiben, weil ich hoffen darf, daß dieſelbe, ungeachtet der verſchiedenen Leibesbeſchaffenheit der Menſchen, den Meiſten, die ſuͤdliche Laͤnder beſuchen, zuſagen duͤrfte, indem ſie meinem nicht ſehr dauerhaf⸗ ten Koͤrper die Beſchwerden der Reiſe gluͤcklich uͤber⸗ ſtehen half.— In Betreff der Kleidung befolgte ich gewiſſermaßen das hollaͤndiſche Sprichwort:„Was wider die Kaͤlte hilft, dient auch gegen die Hitze“, worin gewiß viel Wahres liegt. Ich trug auf dem bloßen Leibe Beinkleider und ein Hemd von feinem Flanell, und daruͤber einen Anzug von Nanking. Die Bedeckung des Kopfes beſtand in einem leichten Stroh⸗ hut mit breiter Kraͤmpe. Solchergeſtalt empfand ich die Macht der Hitze weit weniger, als die meiſten⸗mei⸗ ner Gefaͤhrten, die am Tage nur mit duͤnnen, baum⸗ wollenen oder leinenen Hemden und Hoſen bekleidet


