196 ben ganzen Tag bei Seite gehalten, und jetzt weinſt
„Ich weine vor Freude,“ antwortete ſie,„Sie mußten reich werden, um glücklich zu ſein; wohlan! der Reichthum iſt gekommen.“
Und da er keine Antwort gab, ſetzte ſie mit An⸗ ſtrengung hinzu:
„Jetzt werden Sie heirathen können.“
„ Ja,“ ſprach er halblaut;„ja, ich werde heira⸗ then; aber Camilla werde ich nicht zur Frau neh⸗ men.“ Marcelle betrachtete ihn mit erſtaunter Miene. „Du zweifelſt?“ fuhr er fort,„wohlan! Du wirſt es ſehen... Du wirſt es ſehen... bald.“ Darauf drückte er ihr die Hand und zog ſich in ſein Zimmer zurück.
Am andern Tage reiſten Meiſter Chardacier und Theodor nach Marſeille ab, um die Angelegenheiten wegen der zweimal ſo unerwartet auf eine andere Seite übertragenen Erbſchaft in Ordnung zu brin⸗ gen. Ihre Abweſenheit dauerte einen Monat.
Bei ſeiner Rückkehr fand Theodor, daß Alles zu ſeiner Aufnahme im Hotel Fauberton bereit war: bereits hatte ſich Caſcarel daſelbſt einquartirt; aber Marcelle war in dem kleinen Hauſe geblieben.
Eine Viextelſtunde nach ſeiner Ankunft machte Theodor ihr einen Beſuch.
„Nicht wahr, gute Marcelle, Du warſt ein Wenig erſtaunt, als ich Dir ſchrieb, Du ſollteſt hier blei⸗ ben?“ ſagte er liebevoll zu ihr.
„Ja,“ antwortete ſie ſanft,„aber ich dachte, Sie hätten einen Grund dazu.“


