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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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195⁵

aus und verbreitete die Neuigkeit in der Stadt. Weder der Triumph der Signoret am Balltage, noch der Rückzug von Onkel Cäſar, noch ſein Tod, noch die Bekanntmachung des Teſtaments, worin Theodor enterbt wurde, hatten eine Senſation her⸗

vorgebracht, ähnlich der, welche dieſes letzte Ereigniß erzeugte. Dießmal kam die ganze Stadt, mit Aus⸗ nahme der Familie Signoret, um Theodor in Aus⸗ drücken, welche nichts Trauriges an ſich hatten, ihre Beileidsbezeugungen darzubringen. Er empfing den Tag über wenigſtens zwanzig Beſuche. Meiſter Beaumoulin kam unter den Erſten mit Herrn und Frau Chapuſot. Die gute Frau umarmte Theodor mit wahrhafter Zärtlichkeit und ſagte, ihm die Hand drückend: 3

Wenn es nur zu Ihrem Glück ausſchlägt!

Er verſtand dieſe bezeichnende Einſchränkung, dieſe unbeſtimmte Andeutung und antwortete mit einem Lächeln:

Sie werden ſehen!...

Caſcarel war außer ſich; gegen ihn beobachtete man einigermaßen dieſelbe Höflichkeit, und er gab naiv zur Antwort:

Ich will Trauer anlegen, wie ich es bei dem

Tod meines armen Herrn gethan habe, wiewohl er

mir Nichts hinterlaſſen hat; aber ſehen Sie, ich ge⸗ höre doch wie zur Familie!

An demſelben Abend, als ſich Theodor allein bei Marcelle befand, ſetzte er ſich an den kleinen Tiſch, woran ſie arbeitete, und ſagte ſanft zu ihr:

Du ſprichſt gar nicht mit mir; Du haſt Dich 43*½