Druckschrift 
Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

194

das hat durchaus keine Aehnlichkeit mit der Oran⸗ gerie im Hotel Fauberton.

Eines Morgens, als Theodor auf die Schreib⸗ ſtube kam, fand er Meiſter Chardacier ſeiner war⸗ tend. Der gute Alte machte ein ganz beſonderes Geſicht: ſeine kleinen grauen Augen flammten; er warf den Kopf triumphirend hin und her und be⸗ merkte nicht einmal, daß ſeine goldene Brille ihm auf die Naſenſpitze herabgefallen war.

Er zog Theodor in ſein Kabinet und ſagte, ihn vor Freude umarmend:

Mein lieber Freund, wir werden in das Hotel Fauberton zurückkehren; Sie erben dieſes Mal, Sie erben von Rechtswegen... Ich habe mir immer vorgeſtellt, daß es ſo kommen würde!

Ich erbe! wiederholte Theodor betäubt.

Nun jal Das arme Kind iſt geſtorben; eben erhalte ich die Nachricht davon. Es war ſo elend, ſo kränklich! Das hat mich nicht überraſcht. Die Hälfte der Erbſchaft fällt auf Sie zurück, weil Sie allein den väterlichen Zweig repräſentiren; die vier⸗ zehn Verwandten mütterlicher Seite werden ſich in die andere Hälfte theilen... Das iſt ungefähr ſo viel, als Ihr Onkel zuſammengeſpart hat. So ſind Sie nicht im Mindeſten beeinträchtigt: der letzte Neffe der Fauberton wird das Familien⸗Vermögen vollſtändig erhalten.

Der kleine Schreiber, gewöhnlich saute-ruisseau) genannt, welcher die Aufträge vom Bureau beſorgte, befand ſich hinter der Thüre; er ſchlüpfte ſogleich hin⸗

*) Wörtlich: Springbach.