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„Und Du haſt ihn gewiß nicht errathen!“ rief er;„Marcelle, Du wirſt noch einige Wochen hier blei⸗ ben; dann, wenn Du willſt, kehrſt Du wieder zu⸗ rück... kehrſt Du wieder zurück am Tage unſerer Heirath, wenn Du Madame Fauberton biſt!...“
Das arme Mädchen drückte die Hand, die er ihr reichte, und weinte ſtill. Aber er begriff wohl, daß er nicht nöthig hatte, ſie zweimal um ihre Einwiilli⸗ gung zu befragen.
Einen Monat ſpäter heirathete Theodor die be⸗ ſcheidene Marcelle. Man wagte nicht zu ſagen, daß es eine Mißheirath ſei. Jedermann wußte, daß ſie von niederem Bürgerſtande entſproſſen und ihr Va⸗ ter ein Künſtler geweſen war. Die Trauung er⸗ folgte ohne alles Gepränge, weil Theodor noch als Erbe Trauer trug; aber die hohe Geſellſchaft diſpen⸗ ſirte ſich nicht davon, der ehelichen Einſegnung bei⸗ zuwohnen.
Beim Herausgehen aus der Kirche fanden ſich Tante Dorothee und Madame Chapuſot einander gegenüber..
„Da hat ſich endlich doch ein Fauberton verhei⸗ rathet,“ ſagte Madame Chapuſot;„Sie haben es immer vorausgeſagt, mein werthes Fräulein!“
„Ja,“ antwortete die alte Jungfrau;„aber ich habe mich zur Hälfte getäuſcht... Zum Glück hei⸗ rathet Camillg in einem Monat, an demſelben Tage wie ihre Schweſter Alphonſine!“
„Beide vermählen ſich mit Officieren!...“ rief Madame Chapuſot.
„Ja, ſie machen ziemlich ſchöne Heirathen,“ ant⸗


