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waaren verkauft, unter einem Schirm, der ihrer Boutique zugleich als Dach dient. Das Kind be⸗ ſorgte ihr Aufträge; es ſieht ganz kränklich und elend aus, iſt ziemlich häßlich und ſcheint mir wenig Gaben zu beſitzen.“
„Arme Kleine!“ murmelte Theodor.
„Ich rathe Ihnen, ſie noch zu beklagen!“ rief Meiſter Chardacier.
„Sie wird eigennützigen Leuten zum Raub wer⸗ den, welche ſich um die Vormundſchaft ſtreiten und vwon ihrem Vermögen mehr Nutzen haben als ſie.“
„Das iſt bereits geſchehen! mein College Beau⸗ moulin iſt an der Arbeit, ein halb Dutzend Ver⸗ mandte von mütterlicher Seite abzuwehren, welche won der Exiſtenz dieſes Kindes Nichts zu wiſſen ſchienen, als man es aus Barmherzigkeit hätte er⸗ ziehen müſſen, und die jetzt alle mit Anſprüchen auf⸗ treten, indem ſie es ihre liebe Nichte nennen. Aber ees iſt mir darum nicht leid; Beaumoulin iſt aus dem Holze geſchnitten, um ihnen allen die Spitze zu bieten: er wird Jahre daran ſetzen, die Erbfolge zu regeln. Was für ein guter Fund für ihn!“
Theodor überlegte einen Augenblick und ſagte dann zu dem Notar:
„Jetzt muß ich arbeiten, mein werther Charda⸗ cier; es wäre lächerlich, in meinem Alter bei fünf⸗ unddreißig Jahren noch Medicin ſtudiren, oder mich auf die Bänke einer Rechtsſchule ſetzen zu wollen! Ueberdieß geſtehe ich meine Schwäche; es würde mich allzu viel koſten, von hier wegzugehen. Das iſt nun meine Lage; geben Sie mir einen Rath:


