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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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ſggerührt;wäre er bei voller Vernunft geweſen, ſo

hätte er mich nicht ſo behandelt... Ach! ich muß ihm meinen Untergang vergeben.

Sie ſind ein Menſch ohne Haß und Bitterkeit! rief Meiſter Chardacier. Eine Stunde ſpäter wußte man in der ganzen Stadt, daß Theodor enterbt war. Wiederum brachte Tante Dorothee dieſe Nachricht den Signoret. 4 Camilla war allein in dem kleinen Salon des Erdgeſchoſſes, mit geſenktem Kopfe und ihre Arbeit in der Hand; aber ſie hatte davon abgelaſſen und ſchien in einen leichten Schlummer verſunken: die ganze Nacht hatte ſie gewacht, den Ellenbogen auf ihr Kopfkiſſen geſtützt, die Phantaſie erfüllt von ſchö⸗ nen Träumen, das Herz berauſcht von ſeinem Glück. Schmeichelnde Vorſtellungen, welche ſich ihres Geiſtes bemächtigt hatten, kehrten ihr unbeſtimmt wieder, denn ſie lächelte und öffnete auf Augenblicke halb die Augen. Wo iſt Deine Mutter? fragte die alte Jung⸗ frau ſich ſetzend. Sie iſt mit Alphonſine in der Kirche, antwor⸗ tete ſie, erſtaunt über den kurzen Ton und das be⸗ wegte Weſen ihrer Pathe. Darauf ſetzte ſie zögernd hinzu:Man hat ſeit fünf Uhr Morgens die Todtenglocke geläutet... 4 Tante Dorothee ſammelte ſich einen Augenblick;

darauf faßte ſie ihre Pathin an der Hand und ſagte mit einem Seufzer: Mein Kind, Theodor iſt enterbt. Ganz enterbt? rief ſie erblaſſend. Ja, er hat nicht ein Juwel, nicht einen Ring, Reybaud, Onkel Cäſar. 12