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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Da lag Onkel Cäſar, auf ſeinem Bette ausge⸗ ſtreckt, mit ſtarren Zügen und erloſchenen Augen. Sein glänzender Schädel war weiß wie Wachs; eine Fluth von grauem Bart verbarg den untern Theil ſeines Geſichtes und fiel auf ſeine breite Bruſt. 1

„O Gott! wie iſt er verändert!“ murmelte Theo⸗ dor, indem er ihn kaum anzuſehen wagte.

Doctor Gorgelaine kam auf ihn zu. Es war ein kleiner, vertrockneter Greis, mit abſprechendem Wort und ruhig gebietender Geberde.

„Ihr Onkel athmet noch,“ ſagte er zu Theodor; gaber es iſt keine Hoffnung mehr, ihn zu retten.

„Es iſt ein Schlag, der ihn ſo zu ſagen gleich dem Blitz etfoffen hat.“

„Verlaſſen Sie ihn nicht, ehe Alles vorüber iſt, ich flehe Sie darum an!“ rief Theodor, indem er ſich auf Caſcarel ſtützte, der in völliger Verwirrung 65 unter Thränen ihn beiſeite auf einen Stuhl etzte.

„Ja, ja, ich bleibe,“ antwortete ihm Doctor Gorgelaine;„ich will Ihnen denſelben Dienſt er⸗ weiſen, den ich Cäſar Fauberton leiſtete, als er vor mehr als fünf und dreißig Jahren ſeinen Oheim, den Oberſt verlor. Wir wachten die ganze Nacht mit ſeinem Notar, Meiſter Signoret, einem würdi⸗ gen Mann, der ſeinen Beruf gewiſſenhaft ausübte, der, ſobald der Oberſt ſeinen drien Seufzer ausge⸗ ſtoßen hatte, das Teſtament eröffnete, um zu ſehen, ob der Verſtorbene wegen ſeines Leichenbegängniſſes Verfügungen getroffen hätte. Iſt Meiſter Charda⸗ cier hier?“

.„Ich weiß nicht,“ antwortete Theodor, indem