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Ermüdet es Euch nicht allzuſehr, ſo aufrecht zu ſtehen, meine lieben Kleinen?“
„Nein, Pathe,“ antwortete Camilla.
„Wir können wohl noch ein Wenig warten,“ rief Herminie, welcher es gelungen war, auf einem wackelnden Stein Fuß zu faſſen und ſich ſo um zwei Zoll höher zu machen. Einen Augenblick darauf ſetzte ſie hinzu: 4
„Ich ſehe Herrn Theodor hieher kommen.“
Wirklich rückte er näher, indem er ſich mit großer Mühe einen Weg durch die Gruppen bahnte, welche ſich das Verſprechen gaben, vor dem Hotel Fauber⸗ ton Stand zu halten, bis die letzte Lampe erloſchen wäre. Als er die Gaſſe erreicht hatte, hielt er an, um Tante Dorothee zu grüßen. Sie antwortete ihm vertraulich:
„Ich wünſche Ihnen guten Abend, mein Herr; wo wollen Sie denn eben jetzt hin?“
„Nirgends,“ antwortete er; nich gehe ſpazieren... Und Sie ſelbſt, Mademoiſelle? Sie haben ſich wohl verſpätet, ſcheint mir.“
Darauf wandte er ſich zu Camilla, und blieb, nachdem er ſehr geſchickt einen Brief in die Falten ihres Mäntelchens hatte ſchlüpfen laſſen, bei ihr ſtehen, ohne ein Wort zu reden, aber ſie mit leiden⸗ ſchaftlicher Miene betrachtend. Sie warf ihm ein melancholiſches Lächeln zu und legte eine Hand auf das Herz, als wollte ſie ihm zu verſtehen geben, daß ſein Bild immer daſelbſt wäre. Während die⸗ ſer ſtummen Scene öffnete ſich der Sommerladen zur Hälfte, und ein unartikulirter Laut, etwas das mit einem höhniſchen Gelächter und einem Seufzer


