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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Nach der Heirath von Aline blieben in Signo⸗ ret's Hauſe nur noch die älteſte und die jüngſte der fünf Schweſtern. Die, letztere, Alphonſine heißend, war ein Mädchen von vierzehn Jahren, aber ſchon wunderbar ſchön. Madame Signoret beunruhigte ſich bei dem Gedanken, auch dieſes Kind würde viel⸗ leicht gleich den drei älteren Schweſtern lang vor Erreichung der Volljährigkeit heirathen, während Camilla wahrſcheinlich noch mehre Jahre warten müßte. Als ſie dieſe Beſorgniſſe Tante Dorothee mittheilte, ſprach die gute Jungfrau mit Verſtand:

„Nun! um ſo ſchlimmer! Indeſſen iſt meine Pathin nicht die erſte, welche ihren Heirathsvertrag nicht mit dem ſchönen Beiſatz: minderjährig, unter⸗ zeichnen kann. Und was macht das außerdem, da

die Sache ihrer Verſorgung nicht ſchaden kann!“

Camilla war verletzt, als man ſie ein derartiges Mitleid fühlen ließ, und antwortete ſtolz:

„Ich beklage mich nicht über mein Schickſal!“

Indeß hatte ſie doch Augenblicke bitterer Trau⸗ rigkeit; ſie weinte im Stillen und es war ſo weit gekommen, daß ſie fürchtete, vor Onkel Cäſar zu ſterben, ehe ſie ſich endlich reich und geehrt geſehen hätte, ehe ſie Frau und Gebieterin im Hotel Fau⸗

berton geweſen wäre.

Eines Morgens trat Caſcarel ganz außer Athem und die Hände zum Himmel emporhebend in Theo⸗ dor's Zimmer.

„Etwas Neues!“ rief er.„So eben hat Mon⸗ ſieur beim Aufſtehen gehört, daß man unter ſeinen Fenſtern die Eroberung von Sebaſtopol verkündigte.

Reybaud, Onkel Caͤſar. 11