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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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jetzt legt ſie an Fülle zu und Theodor ſchmilzt ſicht⸗ lich zuſammen. Daraus ziehe ich nun den Schluß: ſie haben mit der Empfindung einer gleichen Leiden⸗ ſchaft angefangen; nach Verfluß einer gewiſſen Zeit war ſie es, die am heftigſten liebte; jetzt iſt er es, den allein die Liebe verzehrt: nichts klarer als das.“

Genau um dieſelbe Zeit gab es wieder eine Heirath in der Familie Signoret. Dießmal verlor Scipio Signoret beinahe den Kopf vor Stolz und Vergnügen: es war ein Regiments⸗Adjutant, in Gar⸗ niſon zu O... der ſeine vierte Tochter, die kleine Aline, wie man ſie noch immer nannte, obwohl ſie ſechszehn Jahre alt war, heirathete. Nach dieſer Verbindung machte der Municipalbeamte jeden Tag ſeine Promenade auf dem Hauptplatze, um die Freude zu haben, allen Vorübergehenden ſagen zu können:

„Ich erwarte meinen Tochtermann, den Kapitän Regiments⸗Adjutanten. Er hat mich vor das Kaffe⸗ haus beſtellt, um zuſammen einen Gang über die Wälle zu machen. Das iſt ein Mann, der die Dinge unter dem Trommelſchlag abmacht. Am Sonntag, bei der Regimentsmeſſe, wohin wir zufällig gegangen waren, ſieht er unſere kleine Aline; am Dienſtag begehrt er ſie von mir zur Ehe, und zehn Tage nachher heirathet er ſie auf der Mairie und in der Kirche. Das iſt noch beſſer als bei meinem Toch⸗ termann Brindorge und meinem Tochtermann, dem Zollinſpector, welche vierzehn Tage geträndelt haben.“

Solche Aeußerungen und Großthuereien erbitter⸗ ten M. Chapuſot dermaßen, daß er, wenn er den alten Signoret nur von fern ſah, einen Umweg machte, nur um ihm nicht zu begegnen.