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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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kümmere ich mich ebenſo viel, als um das, was im Monde vorgeht.”“

Theodor führte beſtändig das einförmige und unruhige Leben eines Menſchen, der in eine einzige Leidenſchaft verſunken iſt. Dieſe Liebe, welche durch die Hinderniſſe bis zum Wahnwitz gereizt wurde, verſetzte ihn wechſelsweiſe bald in die höchſte Ueber⸗ ſpannung, bald in die tiefſte Niedergeſchlagenheit. Wenn es ihm, nachdem er vom Morgen bis zum Abend in der Umgegend des kleinen Platzes Join⸗ Vert herumgeſtrichen war, endlich gelang, Camilla's anſichtig zu werden, ſo war ſein Herz vor Freude entzückt und er kehrte, ſein Geſchick ſegnend, nach Hauſe zurück; aber die meiſte Zeit hätte er wie ich weiß nicht welcher Dichter ſagen können:

„Die Hoffnung, ſie am Abend aufzuſuchen, Macht oft das Glück vom ganzen Tage aus.“

Die hohe Geſellſchaft von O... beſchäftigte ſich in hohem Grade mit den Liebenden. Man hatte über die Zeit ihrer Heirath Wetten eingegangen; die Mädchen führten gern ein ſo ſchönes Veiſgiel der Treue an, die Frauen von reſpectabelm Alter er⸗ ſtaunten immer mehr, daß ein Mann vom Blute der Fauberton einer ſolchen Beſtändigkeit fähig wäre. Eines Abends, als Geſellſchaft bei dem erſten Ad⸗ junkten war, ließ ſich Madame Chapuſot über Ca⸗ millas Erſcheinen in der Welt, über Theodor's be⸗ ſondere Lage gründlich aus, und faßte die Geſchichte ihrer Liebe in folgender Weiſe zuſammen:

„Da dauert nun dieſe Liebelei bald neun Jahre; in dem erſten Jahr ſind Beide abgemagert, darauf iſt Camilla lange Zeit bleich und matt geweſen;