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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Kerzen waren im Herabfallen erloſchen; es gab einen brandichten Geruch; man glaubte, unter den Bänken ſei Feuer ausgebrochen, und Alles ſtürzte aus dem Salon. Die Damen ſtießen ein jämmerliches Ge⸗ ſchrei aus; die Tänzer zogen ihre Tänzerinnen nach der Treppe. Der Frau Poſtdirectorin wurde übel, und es brauchte über eine halbe Stunde, um ſie wieder zu ſich zu bringen. Während dieſer Verwir⸗ rung befand ich mich an der Seite des Oberſts, wel⸗ cher den Salon nicht verlaſſen hatte. Was für ein Mann! welche Geiſtesgegenwart! welche Kaltblütig⸗ keit! Er gab ſeine Befehle, um die Schnur des Kron⸗ leuchters wieder anzuknüpfen und die Kerzen wieder anzuzünden; dann ging er, alle Eingeladenen zu be⸗ ruhigen, und führte die Damen in den Salon zurück. Damals habe ich die Gavotte getanzt; man ſtieg auf die Bänke, um mich zu ſehen; ich hatte einen wunderbaren Erfolg.“

„Ich mache Ihnen mein Compliment deßhalb!“ fiel die alte Jungfrau ungeduldig ein;„reden wir von etwas Anderem.“

M. Signoret erhob ſich mit beleidigter Miene und zündete ſtillſchweigend eine kleine Glaslampe an, welche ihm ſtatt eines Handleuchters diente.

„Gute Nacht, ſchlafen Sie wohl,“ ſagte er,„ich will zu Bette gehen.“

„Du auch, mein Pathchen, Du mußt auch ſchla⸗ fen gehen,“ ſagte Tante Dorothee, indem ſie Camilla umarmte;„ſchnell jetzt zu Bette und morgen früh zu guter Stunde an die Arbeit!“

„Ja, liebe Pathin,“ antwortete das Mädchen fröhlich.