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noret und ihre älteſte Tochter ſetzten ſich ſtillſchwei⸗ gend zu ihrer Arbeit an den Tiſch, und die vier kleinen Mädchen nahmen etwas weiter zurück ihren Platz, das Strickzeug in der Hand. Niemand ſprach ein Wort, alle Stirnen ſchienen ruhig; wer jedoch in der Lage geweſen wäre, zu beobachten, was in dieſem kleinen, ſchwach erleuchteten, ſchlecht möblirten Salon vorging, hätte bald bemerkt, daß alle Glieder der Familie Signoret ſich unter der Herrſchaft eines lebhaften vorgefaßten Gedankens befanden.
M. Signoret pfiff halbſchluͤmmernd die Melodie zu einem Contretanz, der unter der Reſtauration in der Mode geweſen war, und ſchlug den Takt dazu mit ſeinem kleinen Fuß, trocken wie der einer Mumie. Madame Signoret unterbrach von Zeit zu Zeit, das Geſicht ſorgenvoll und nachdenklich, ihre Arbeit, um die Augen auf Camilla zu werfen, welche ſchweigend und bewegt die Schäden an einem alten Kattun⸗ kleide mechaniſch auszubeſſern fortfuhr. Die kleinen Mädchen ſelbſt beſchäftigten ſich im Geiſte mit der Vorſtellung, daß ihre große Schweſter auf den Ball gehen könnte, und verſuchten es, ſich ein Bild von den Salons des Herrn Maire zu machen.
„Mama,“ ſagte plötzlich die jüngſte,„biſt Du auch jemals auf einem Ball geweſen?“
* Dieſe ſo einfache Frage machte auf Madame Sig⸗ noret einen tiefen Eindruck: ſie ließ ihre Arbeit fallen, faltete ihre Hände auf der Bruſt, indem ſie die Augen ſchloß, als wollte ſie einen Augenblick ausruhen; aber es war nicht die Ermüdung, welche das Blut in ihre blaſſen Wangen trieb und alle Fibern ihres Herzens zittern machte. Als dieſe ſchmerzliche Auf⸗


