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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Jahre her, daß ich mich nicht habe in der Welt ſehen laſſen, und daran biſt Du ſchuld, Frau Signoret. Du haſt Dir in den Kopf geſetzt, daheim zu bleiben und mich daran zu hindern, Beſuche zu machen, in den guten Häuſern aus und einzugehen, wie ich zur Zeit meines Oheims gethan habe; aber das wird ſich ändern, ſage ich Dir.“

„Du willſt auf dieſen Ball gehen?“ fragte Ma⸗ dame Signoret, ohne einen Ton der Herausforde⸗ rung oder des Widerſpruchs.

„Gewiß gehe ich!“ rief er,„und Du ſelbſt wirſt hingehen, und Camilla auch; ich will es...“

Madame Signoret zuckte unmerklich mit der Achſel und entfernte ſich ſeufzend, während ihr Gatte mit einer Geberde von Autorität, die er ſich daheim zu eigen gemacht hatte, wiederholte:

„Ja, ich will es und rechne darauf, Gehorſam zu finden.“ 1

Scipio Signoret war von ſo niedrigem Wuchs, daß man ihn trotz ſeines reifen Alters noch immer den kleinen Signoret nannte. Wie beinahe alle Männer von ſchmächtigen Verhältniſſen, nahm er gern ein gebieteriſches Weſen an, runzelte bei dem geringſten Widerſpruch die Stirne und redete in der Regel laut; aber im Grunde hatte er gewöhnlich nichts, als eine gewiſſe Doſis ſtarrköpfiger Citelkeit, und ſeine Frau regierte ihn ſeit zwanzig Jahren, ohne daß er eine Ahnung davon hatte.

Abends beim Souper war von Nichts die Rede. Als Suſette das Tiſchtuch weggenommen hatte, über⸗

ließ ſich M. Signoret nach ſeiner Gewohnheit einem

kleinen Schlummer in der Kamin⸗Ecke; Madame Sig⸗