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Ecke der Gaſſe, und die Fenſter des Salons, wo ſich die Familie aufhielt, hatten keine Ausſicht auf den Kreuzweg. Dank dieſem Zuſammentreffen von Umſtänden wurden die verliebten Verſuche Theodor's nicht ruchbar, und Madame Signoret ſelbſt bemerkte Nichts, was ihren Verdacht erwecken konnte.
Seit etwa drei Monaten, daß ihre Liebſchaft den Anfang genommen, hatten die beiden Liebenden ſich nur ein einziges Mal wenige Minuten geſehen. Es war an einem Sonntag Nachmittag; die Familie Signoret hatte einen langen Spaziergang gemacht und kehrte auf wenig betretenen Fußpfaden, be⸗ grenzt von Hage⸗ und Schlehdorn⸗Hecken, deren Laub der erſte Froſt ſchon gebräunt hatte, heim. Auf halbem Weg machte man Halt, um ein wenig aus⸗ zuruhen und mit Spritzkuchen das Veſpereſſen zu halten. An dieſer Stelle verengerte ſich der Fuß⸗ pfad zwiſchen zwei grünenden Böſchungen, welche gleichſam lange Roſendänke, an große Hagedornhecken gelehnt bildeten, hinter welchen man das Blöken der auf der Waide zerſtreuten Heerden vernahm. „Sier iſt es recht,“ ſprach Madame Signoret, indem ſie die Kuchen vertheilte, welche Suſette in ihrem Korbe getragen hatte;„da kommt keine lebende Seele vorüber.“
Beinahe in demſelben Augenblick kündigte ein Geräuſch von Schritten an, daß mehre Perſonen näher kamen.
„Oh! großer Gott! da ſind Leute!“ nahm Ma⸗ dame Signoret wieder das Wort, indem ſie ſich bei⸗ nahe erſchrocken umwandte;„gehen wir weiter.“
„Meiner Treu, nein,“ antwortete der ehrliche


