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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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ton nicht entmuthigt. Er hatte das erſte Mal, da er Camilla ſah, eine heftige Leidenſchaft zu ihr ge⸗ faßt, und da er keinen Vorwand finden konnte, um in ihre Wohnung einzudringen, entſchloß er ſich, ihr à l'espagnole*) auf der Straße, unter den Fenſtern, bei Nacht, bei Tag, trotz Wind, Schnee und Regen den Hof zu machen, indem er durch die Beweiſe emſiger Aufmerkſamkeit ſeine Liebe erklärte und ſich mit dem Glück begnügte, zuweilen durch die Fenſter⸗ ſcheiben hindurch eines unbeſtimmten Profils, halb verborgen zwiſchen den leichten blonden Locken, an⸗ ſichtig zu werden. Es dauerte nicht lange, ſo ver⸗ ſtand Camilla die ſtumme Sprache dieſer Liebe und ihr Herz wurde bald gerührt. Während Theodor die alten Maueranſchläge las, wußte ſie verſtohlen auf ihr kleines Zimmer zu gelangen und beobachtete ihn mit lebhafter Aufregung und klopfenden Herzens, hinter den Läden verſteckt. Der junge Mann errieth ſchnell, daß ſie da war, und von da an begründete ſich eine Art Einverſtändniß zwiſchen ihnen. Sie gaben ſich ſtillſchweigend Stelldichein, ſie hatten ſtumme Unterhaltungen, und mehr als einmal ließ Camille kleine Bouquets auf die Straße fallen, welche Theo⸗ dor aufzuraffen und, nachdem er ſie geküßt hatte, in ſeinem Gilet zu verbergen ſich beeilte. Glücklicher⸗ weiſe war das Stadtviertel, wo dieſe unſchuldige Intrigue vor ſich ging, faſt öde; die armen Leute, welche es bewohnten, gingen Morgens früh auf das Feld und kehrten nur zurück, um ſich zu Bette zu legen. Ueberdieß bildete das Signoret'ſche Haus die

*) Nach ſpaniſcher Weiſe. A. d. UM.