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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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blüthen, welche lange Zeit in blaßgrüne Knospen eingeſchloſſen, in einer einzigen Nacht ihre prächtigen Blumenblätter entfalten. ährend ihres zarteren Alters konnte ſie kaum für hübſch gelten; darauf war ſie beinahe ohne Uebergang ein vollkommen ſchönes Mädchen geworden. Ihr Geſicht, ihr Wuchs, ihre ganze Perſon waren von fehlerloſer, glänzender, unvergleichlicher Schönheit, der man nicht gegenüber treten konnte, ohne ſich geblendet zu fühlen; aber es war nicht leicht, dieſes Wunder mit Muße zu be⸗ trachten, oder auch nur einen Augenblick aus der Ferne zu bewundern. Die Familie Signoret verließ niemals das Haus, außer Sonntags, um in die Kirche zu gehen, oder zuweilen an Orten, die am wenigſten beſucht waren, einen Spaziergang zu machen. Man ſah wohl bei der Pfarrmeſſe die ſchöne Camilla mitten im Kirchenſchiff auf den Knieen liegen; aber ihr Vater, ihre Mutter, ihre kleinen Schweſtern, und Suſette die Hausmagd bil⸗ deten eine Art von Wall rings um dieſelbe, und da ſie mit vieler Sammlung dem Gottesdienſt beiwohnte, ſo erblickte man nichts, als die Garnirung ihres Huts, welcher beinahe den Rand ihres Gebetbuchs berührte, und die Spitze ihrer behandſchuhten, aus den weiten Aermeln ihres Kleides hervorragenden Finger. Bei der Promenade ging ſie neben ihrer Mutter, ohne ſich einen einzigen Schritt von ihr zu entfernen, und führte dabei ihre jüngſte Schweſter. Es gab kein Mittel, ſich ihr zu nähern oder mit ihr zu ſprechen, denn Niemand hatte Zutritt im Hauſe, und ſie erſchien niemals allein auf der Straße. Dieſe Hinderniſſe hatten jedoch Theodor Fauber⸗