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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Sie nahm das Einladungsſchreiben ſelbſt in Em⸗ pfang.

Gut, ich danke Ihnen, ſagte ſie einfach zu dem Kammerdiener.

Dann ließ ſie den alten ſchwarzen, an ihren ſchwarzen Strohhut gebundenen Schleier herab und ging ihres Wegs weiter.

Einen Augenblick nachher ſchritt Theodor Fau⸗ berton langſam an dem Signoretſchen Hauſe vor⸗ über und gelangte bis zu dem nahen Kreuzweg, wo er anhielt, um einen ſchon ſeit vierzehn Tagen dort befindlichen Maueranſchlag zu leſen.

Dieſe Beſchäftigung nahm ihn ſo vollſtändig in Anſpruch, daß er nicht einmal Caſcarel und ſeinen Akolythen*) bemerkte, welche beſſer als er geſtellt, um Alles, was im Hauſe der Signorets vorging, zu ſehen, hinter einem Fenſter des erſten Stocks das reizende Profil eines jungen Mädchens unterſchieden, deſſen Hand eben verſtohlen die Läden halb geöffnet hatte. Sie ſtreckte den Kopf zwiſchen zwei Levkojen⸗ Stöckchen, welche die Ausſicht verſperrten, vor und blieb unbeweglich, die Augen auf den Kreuzweg gerichtet.

Hel he!l die verliebten Leute! ſprach der Stadt⸗ diener mit lautem Lachen.

Ich ſehe jetzt klar hinein, murmelte Caſcarel; Herr Theodor hat die Idee zu dieſem Einladungs⸗ ſchreiben gegeben. Er unterhält ein Liebesverhält⸗ niß mit Mlle. Camilla; ſein Oheim ahnt nichts davon.

*) Nachtreter. A. d. U.