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zu vertheilen und überall die bereitwilligſten Zuſagen in Empfang zu nehmen. Wiewohl an kleinen Orten die Etikette alle Beziehungen regelt, und Jeder ſtreng auf ſeinen Rang hält, ſo ſind doch in Bezug auf geringere Leute gewiſſe Vertraulichkeiten geſtattet; Caſcarel ließ gewöhnlich den Municipal⸗Boten im Hausgang, der als Vorſaal diente, ſtehen und drang, ſeinen Brief in der Hand, bis in den Salon. Man ſtand nicht auf, ihn zu empfangen, man bot ihm keinen Sitz, aber die Hausfrau rief:
„Guten Morgen, Caſcarel; es freut uns alle ſehr, Sie zu ſehen. Wie befindet ſich der Herr Maire? Immer ganz vortrefflich, nicht wahr? Sie bringen ein Einladungsſchreiben von ihm? Danke. Was für ein Mann, um ein Feſt zu veranſtalten und die Honneurs in ſeinem Hauſe zu machen! Gewiß nehmen wir an, und mit großem Vergnügen. Sagen Sie ihm, daß er auf uns zählen kann, und daß wir zu guter Stunde erſcheinen werden.
Caſcarel vertheilte ſo bei vierzig Einladungen. Nachdem er in dem ſchönen Stadtviertel ſeine Runde gemacht hatte, blieb ihm nur noch ein Brief.
„Dieſer iſt für die Signoret,“ ſagte er, ihn dem Stadtdiener zeigend;„es iſt das erſte Mal, daß der Herr ihnen eine Einladung zuſchickt.“*
Die Familie Signoret bewohnte ein altes Haus an dem Wall, am Ende der düſtern und krummen Gaſſe, welche längs des Hotels Fauberton hinlief und auf den Hauptplatz ausmündete. Caſcarel wollte eben den kleinen eiſernen Klopfer heben und ſachte anſchlagen; aber in dieſem Augenblick ging die Thüre
auf und Madame Signoret trat heraus.


